Kann Blockchain Lebensmitteln einen Lebenslauf geben?

Sind die Kirschen im Eis bio? Wurde das Palmöl in der Hautcreme nachhaltig produziert? Konsumenten wollen heute ganz genau wissen, wo, wie und von wem Produkte hergestellt werden. Dank der Blockchain-Technologie wird nahezu lückenlose Transparenz nun möglich.

Wer eine Flasche Wein kauft, hat sich an vage Herstellerangaben gewöhnt. Weingut irgendwo in Bordeaux? Okay. Doch Blockchain, eine Technologie, die man bislang vor allem von der verschlüsselten Internet-Währung Bitcoin kennt, dürfte schon bald für wesentlich mehr Transparenz sorgen. Mit Hilfe der Food Supply Chain, einer unendlich skalierbaren digitalen Datenbank, lassen sich verschlüsselte Informationen zur Herstellungs- und Lieferkette von Produkten bis ins kleinste Detail online abrufbar zur Verfügung stellen.

Lückenlose Aufzeichnung

In einem aufwendigen Verfahren dokumentiert das Food Chain Management von Herstellern und Händlern bereits heute die gesamte Wertschöpfungskette für Lebensmittel und Produkte - von der Erzeugung über den Transport und die Verarbeitung bis hin zum Endverbraucher. Die Blockchain-Technologie hilft nun dabei, die bisherigen Methoden weiter zu digitalisieren und alle relevanten Informationen für den Kunden zugänglich zu machen. Ein Blick aufs Smartphone soll künftig genügen und schon erfährt man beim Kauf einer Flasche Wein: Welches Saatgut und welcher Dünger kam für die Aufzucht der Reeben zum Einsatz? Wie verlief die Verarbeitung? Und welche Transportwege wurden vom Weinstock bis zum Ladenregal zurückgelegt?

High-Tech-Sensoren und IoT helfen bei der Aufzeichnung

Mit Hilfe einer dezentralen Online-Datenbank werden über die Food Supply Chain dokumentierte Produkte mit individuellen digitalen Codes versehen. High-Tech-Sensoren und Anwendungen des Internets der Dinge sorgen entlang der Produktions- und Lieferkette für eine lückenlose Aufzeichnung aller relevanten Vorgänge. Im Gegensatz zu bisherigen Verfahren, etwa der RFID-Kennzeichnung, ist der Einsatz von Blockchain effizienter, kostengünstiger und weitaus fälschungssicherer, betonen Digital-Experten. Für Verbraucher wiederum ergeben sich neben der nahezu allumfassenden Produktions-Transparenz weitere wünschenswerte und nachhaltige Effekte: So soll die Food Supply Chain auch dazu beitragen, die Nachfrage nach Lebensmittel exakter zu kalkulieren, um unnötige Produktion und somit Abfälle zu vermeiden. Eine Win-Win-Situation für Hersteller und Verbraucher.

Blockchain Infografik

Was ist eine Blockchain?

Eine Blockchain (Engl. für: Blockkette) ist eine dezentrale und zumeist online zugängliche Datenbank, die von mehreren Parteien genutzt werden kann. Gespeist wird sie aus verschlüsselten Informationsblöcken, die zueinander geführt werden wie die Waggons eines Güterzugs. Jeder Block enthält eine Prüfangabe des vorhergehenden Blocks, wodurch automatisch verifizierte Informationen und eine individuelle Zuweisung zustande kommen. Eine Vermittlerinstanz – etwa die Bank bei Finanztransaktionen – ist für den vertraulichen Informationsaustausch somit nicht mehr notwendig.