Kaufen wir morgen per Datenbrille ein?

Online-Shopping ist schnell und bequem. Doch das sinnliche Erlebnis kommt meist zu kurz, gerade frische Lebensmittel will man sehen, fühlen und riechen. Ein Besuch in der virtuellen Realität.

Ich setze die Datenbrille auf, streife ein Paar Handschuhe über: alles bereit für meinen virtuellen Besuch im Großmarkt. Ein kurzes Nicken, ein sanftes Klingeln ertönt und blitzschnell baut sich das Bild vor meinen Augen auf. Ich bin jetzt wirklich dort, stehe inmitten meterhoher Regalreihen. Über meinen Köpfen schwirren hunderte von Drohnen, die Warenlieferungen zusammenstellen - ein kaum hörbares Summen liegt in der Luft. "Zeig mir meine letzte Bestellung", sage ich und erhalte prompt die Übersicht der Lieferung vom Freitag. Alles in Ordnung. Darum geht es heute auch nicht, deshalb bin ich nicht hier. Ich brauche frischen Fisch, Goldmakrelen. "Bringe mich zur Fischabteilung." Das Klingeln ertönt erneut in meinem Ohr, und ich finde mich direkt vor der Auslage wieder, der frische Fisch lagert auf dem Eis. Ist es nicht plötzlich kälter geworden? Dort hinten steht Maxine, sie berät mich, seit ich Kunde in diesem Großmarkt bin. Seit damals. Sie spricht mit einem älteren Herrn, ein anderer Kunde. Gilberto von der Trattoria in der Südstadt. Ich grüße, mache eine Geste mit der Hand, um mich auf die beiden zuzubewegen. Maxine lächelt und gibt mir zu verstehen, dass sie in ein paar Minuten für mich da ist.

Ich studiere solange den Fisch in der Auslage. Die Scholle sieht gut aus. Ich blinzele zwei Mal, um weitere Informationen einzublenden. Wildfang aus der Nordsee, gerade frisch eingetroffen. Mit meinen Augen fokussiere ich den Fisch, ein weißer Ring erscheint, der sich nach und nach füllt. Zweimal den Kopf leicht nach oben bewegt und die Ware landet in meinem Einkaufskorb. Ein Verkäufer hinter der Theke packt die Scholle ein, macht sie versandfertig für die Lieferdrohne. Dann die Stimme von Maxine: "Wie kann ich dir heute helfen?"

Science Fiction oder reelles Zukunftsszenario? Was denken Kunden über den virtuellen Großmarkt? Ist die Möglichkeit zum total digitalisierten Einkauf großartiger Fortschritt, sinnvolle Ergänzung oder unnötige Entwicklung? Ein Meinungsaustausch zwischen Stephanie Wicke, Betreiberin und Köchin des Düsseldorfer Restaurants "Zur Sennhütte", und Marco Vieten, Betreiber des Meerbuscher "Café Aroma".

 

 

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