Ich akzeptiere YouTube Cookies. Siehe Google Datenschutzerklärung.

Weinbau in La Rioja – Tradition mit Zukunft

Die spanische Region La Rioja ist weltweit bekannt für ihre Weine. Die Winzerfamilie Soldevilla pflegt die Weinbau-Tradition seit 100 Jahren. Winzer José Luis gibt sein Wissen an seine Söhne José Ángel und Guillermo weiter. Als Mitglieder der Viñedos de Aldeanueva sind sie Teil der größten Weinbau-Genossenschaft in der Region, die seit 15 Jahren METRO / MAKRO beliefert.


Die tiefstehende Oktobersonne taucht die Reben der Familie Soldevilla in goldenes Licht. Winzer José Luis geht durch die Reihen seiner 70 Jahre alten Weinstöcke. Von den Bergen her, die sich am Horizont abzeichnen, weht ein leichter Wind. Er trocknet die Trauben nach einem Regentag. Das ist gut für die Weinlese im nordspanischen Aldeanueva de Ebro. Die blau-violetten Beeren wachsen in kompakten Trauben. Sie liegen gut in der prüfenden Hand des 65-jährigen Winzers. Die Sorte Tempranillo ist die häufigste im Weinbaugebiet La Rioja.

Die ersten Weinblätter haben schon herbstlich rote Spitzen. Bald werden sie weithin sichtbar leuchten. José Luis blinzelt gegen die Sonne. Um seine schmalen Augen bilden sich tiefe Fältchen. Auf die Frage, was ihm das Leben als Winzer bedeute, wächst sein verschmitztes Lächeln zu einem breiten Lachen. „Es ist ein Privileg, von diesem Land leben zu dürfen. Mein ganzer Stolz. Und es gibt nichts Größeres, als meinen Kindern dieses Vermächtnis zu hinterlassen, damit sie diese Lebensart fortführen können.“

100 Jahre Familientradition

Der kurze Gefühlsausbruch lässt tief blicken: Die Soldevillas sind seit 100 Jahren Winzer. Der 40-jährige José Ángel und sein 7 Jahre jüngerer Bruder Guillermo führen die Tradition fort. Das bedeutet dem Senior viel, der ansonsten eher geschäftstüchtig vom „Wein verkaufen“ spricht. Sein Vater produzierte schon in den 1920er Jahren 50.000 Liter Wein pro Saison. José Luis erwirtschaftet heute 100.000 Liter. Dabei hatte ihm der Rat des Vaters gefehlt, als er ihn am dringendsten brauchte: Als José Luis 1981 anfing, die Felder der Familie selbständig zu bewirtschaften, war er 25 Jahre alt, frisch verheiratet – und sein Vater war schon seit 7 Jahren tot.

„Da fängt man ganz bescheiden an“, sagt der alte Winzer achselzuckend. Als er den Betrieb übernahm, waren die Böden ausgelaugt und die Reben überaltert. „Ich musste viel Zeit und Mühe aufwenden, um sie auf dem heutigen Niveau an meine Söhne weiterzugeben.“ Ein Übergang, bei dem er – anders als sein Vater – seinen Söhnen beratend zur Seite stehen kann.

Und noch einen Vorteil hat die junge Generation: Während José Luis als junger Mann nur die Arbeit in der Landwirtschaft kannte und für die Schule „wenig übrig“ hatte, sind seine Söhne vielseitiger aufgestellt. José Ángel ist Betriebswirt im Finanzwesen, sein Bruder Guillermo Ingenieur. „Sie haben etwas gelernt. Sie kommen mit eigenen Ideen. Wir tauschen uns aus und beide Seiten passen sich an.“

Tradition und neue Wege

José Ángel überragt seinen Vater um einen Kopf, doch seine schmalen, fröhlichen Augen unter den breiten, schwarzen Brauen lassen die Familienähnlichkeit ebenso erkennen wie sein Lachen. „Ich genieße es, unter freiem Himmel zu arbeiten und von unserem Land zu leben“, stimmt er seinem Vater zu. Bessere, vor allem präzisere Maschinen zur Weinlese hat er angeschafft. Daneben setzt er auf die Trickkiste der Natur: Rosenstöcke und Apfelbäumchen im Weinberg eignen sich als Frühwarnsystem bei Pilzbefall. Motten, deren Larven die Trauben befallen, werden mit Sexuallockstoffen, sogenannten Pheromonen von den Pflanzen ferngehalten.

Der Jung-Winzer sieht die naturnahen Methoden nicht nur im Bio-Weinbau, den sein Vater 1995 parallel zum konventionellen Weinbau aufgenommen hat. Er sieht darin auch Potenzial für den konventionellen Weinbau der Zukunft, um das Land seiner Familie schonend zu bewirtschaften und den strenger werdenden EU-Richtlinien für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einen Schritt voraus zu bleiben. Der Wissensvorsprung und die Liebe zum Land rechtfertigen auch die Mehrarbeit: Allein der Verzicht auf Unkrautvernichter verdreifacht den Zeitaufwand. Noch verkauft sich der im größeren Maßstab konventionell angebaute Wein besser als das Bio-Produkt. José Ángel weiß: „Letztlich wird der Verbraucher entscheiden, wie sich der Weinbau entwickelt.“

Stark als Genossenschaft

In strategischen Fragen und im Tagesgeschäft steht den Weinbauern ihre Genossenschaft zur Seite, bei der METRO / MAKRO den Wein bezieht – mehr als 1 Mio. Flaschen im Jahr. Abel Torres, Geschäftsführer der Viñedos de Aldeanueva, hat noch heute eine der ersten Flaschen Bio-Wein im Regal. Er sagt: „Die Winzer sind unser Herz und die Weinberge unser Schatz.“ Was er meint, zeigt sich eindrucksvoll während der Weinlese im Ort.

Traktor um Traktor reiht sich tuckernd auf der Dorfstraße ein. Große und kleine, moderne und solche mit Patina, die Zugmaschinen sind so verschieden wie die Betriebe. Jeder Traktor schleppt einen Hänger voller Trauben. Ihren süßen Duft nach jungem Wein trägt der stetige Wind durch den Ort. Insgesamt 900 Winzerfamilien zählt die Genossenschaft, dennoch bleibt die Warteschlange kurz. Der Grund ist so simpel wie modern: Digitalisierung. Jeder Winzer bekommt per App ein Zeitfenster, um seine Ernte am Ende der Warteschlange prüfen zu lassen, und wird in Echtzeit über Verzögerungen informiert. So werden an einem Tag etwa 200 Traktoren abgefertigt.


Diese Qualitätskontrolle ist etwas Besonderes. „Andere Weinbauern aus ganz Spanien kommen, um sich unser System anzuschauen“, sagt Abel stolz. Vor dem Hauptsitz der Genossenschaft senkt sich von einem Hausdach ein mechanischer Arm mit einem langen, metallenen Rohr in die Anhänger. Es wird „Pincho“ („Nadel“) genannt. Eine Förderschnecke im Rohr zieht eine Probe. Diese gelangt durch einen Schlauch als dunkelroter Brei aus zerdrückten Trauben in einen Behälter im Labor. Dort ermitteln 6 Mitarbeiter 30 Messwerte zu Beschaffenheit und Qualität des Weins.

„Das Geheimnis guten Weins ist es, die Winzer nach Qualität zu bezahlen“, sagt Abel. Dafür sind 4 Kriterien ausschlaggebend: der Alkoholgehalt, die Farbe, der Reifegrad und die allgemeine Gesundheit der geernteten Trauben. Damit die verschiedenen Betriebe vom kleinen Nebenerwerbswinzer bis zum großen Weinbauern das Beste herausholen, berät ein Weinbau-Ingenieur alle Mitglieder der Genossenschaft. Aber auch ein wenig Glück gehört dazu, vor allem mit Blick auf das Wetter.

Mit ihren mehr als 3.100 Hektar Anbaufläche sind die Viñedos de Aldeanueva die größte von etwa 35 Weinbau-Genossenschaften in der Region La Rioja. Die Betriebe sind zwischen 0,5 und 10 Hektar groß, liegen zwischen 300 und 700 Metern über dem Meeresspiegel und bauen verschiedene Rebsorten an – neben Tempranillo als Rotweinsorten auch Garnacha, Graciano und Mazuelo, außerdem die Weißweinsorten Tempranillo Blanco, Viura und Verdejo. Diese Vielfalt macht es möglich, dem Handel ein sehr konstantes Angebot über Menge, Qualität und Preis der Weine zu machen. Oder wie es Abel sagt: „Ein Koch komponiert seine Gerichte aus verschiedenen Zutaten. Wenn er hat, was er braucht, und Meister seines Fachs ist, wird das Ergebnis Geschmack haben. Beim Wein ist das nicht anders.“ Da alle Trauben aus der Genossenschaft stammen und nicht zugekauft werden, bleibt der Weg des Produktes vom Weinstock in die Flasche zudem komplett nachvollziehbar.

Die Genossenschaft gibt es seit 1956. Sie hat über die Jahre für die ganze Gemeinde an Bedeutung gewonnen. „Weil wir nahezu alle Arbeitsschritte hier erledigen, bleibt praktisch sämtlicher Gewinn im Dorf“, sagt Abel. Dazu gehört auch der Betrieb des Stammsitzes mit dem großen Weinkeller und eines modernen Veranstaltungszentrums mit Tagungsräumen. „Das verhilft allen hier zu Wohlstand und hoher Lebensqualität“, sagt Abel. Auch die eigene Abfüllanlage trägt dazu bei.

MAKRO – ein verlässlicher Partner

Von den jährlich 20 Mio. Litern Rotwein und 2 Mio. Litern Weißwein füllt die Genossenschaft etwa 80 % selbst ab. „Mehr wäre möglich, aber wir haben lieber einen Puffer“, erläutert Abel. Er steht neben der Abfüllstraße und muss fast schreien. Das Klirren der Flaschen übertönt seine Stimme. Durch ein schweres, hölzernes Schiebetor geht er hinüber in den Weinkeller. Die Eichenfässer liegen bis unter die hohe Decke gestapelt. Im Schummerlicht wirkt die Halle wie eine Kirche: kühl, leicht feucht und still. Abel hat die Wein-Einkäufer von MAKRO zu Gast. Seit 15 Jahren arbeitet das Unternehmen eng mit der Genossenschaft zusammen. Gemeinsam haben sie Marken und Produktlinien für verschiedene Märkte entwickelt. Die Rotweine der Marke „Pueblo Viejo“ („altes Dorf“) gibt es zum Beispiel als 2 Jahre gereiften „Crianza“ bei MAKRO in Spanien und Polen sowie bei METRO in Deutschland, Frankreich und Russland. Insgesamt werden METRO / MAKRO Märkte in 14 Ländern mit Weinen dieser Marke beliefert. Das sind allein fast 500.000 Flaschen „Pueblo Viejo“ im Jahr – neben den anderen Marken aus Aldeanueva.

„Er ist typischer Tempranillo aus La Rioja“, sagt Wein-Einkäufer Victor Ballesta. Unter der Marke „Pueblo Viejo“ haben die Geschäftspartner 2021 auch die neue Produktlinie „Ecologico“ entwickelt – mit dem Bio-Wein aus den Weingärten der Familie Soldevilla. Seit April 2021 ist der „Pueblo Viejo Ecologico“ auf dem spanischen Markt. Sechs weitere Ländereinheiten von METRO / MAKRO haben Interesse an einer Markteinführung. „Bio-Weine werden im Hotel- und Gaststättengewerbe immer beliebter“, sagt Victor Ballesta. „Und wir gehen davon aus, dass die Nachfrage in Zukunft weiter steigen wird, vor allem bei jungen Menschen.“ Im Jahr 2022 wird ein Absatz von Bio-Wein aus Aldeanueva im Umfang von 10.000 bis 15.000 Flaschen allein für Spanien erwartet.


Der Traktor zieht den Nachwuchs

Für die Winzer-Familie Soldevilla hat diese Zukunft eine große Bedeutung. Auch die kommende Generation soll die Familientradition fortführen können, wenn sie das möchte. Der 6-jährige Isaac, der ältere der beiden Söhne von José Ángel, interessiert sich noch nicht so sehr für den Weinbau. Aber der Traktor hat es ihm angetan. Sein Großvater José Luis lächelt verschmitzt: „Die großen Spielsachen führen auf den Weg zum Wein.“

Info
Das Sortiment von METRO

Das METRO Sortiment besteht allein in Deutschland aus rund 50.000 Artikeln, darunter bekannte Handelsmarken und rund 7.500 Eigenmarken. Diese bieten ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und stammen von bewährten Partnern im In- und Ausland. Seit 15 Jahren zählt die Winzer-Genossenschaft Viñedos de Aldeanueva zu diesen Partnern. METRO / MAKRO bezieht jährlich 1 Mio. Flaschen, davon fast 500.000 der Eigenmarke „Pueblo Viejo“, für Märkte in insgesamt 15 Ländern.