Restaurant Ronja: Vom Veggie-Foodtruck zum nachhaltigen Ladenlokal

Was als Foodtruck begann, hat sich zu einem beliebten Treffpunkt in Mülheim an der Ruhr entwickelt: Das Restaurant Ronja ist das einzige fleischlose Restaurant der Stadt. Eine eigene Gemüseparzelle, fair produzierte Arbeitskleidung und ein integriertes Pfandsystem sind nur einige der nachhaltigen Maßnahmen.

Sinan Bozkurt, Inhaber des Restaurants Ronja im Ringlokschuppen und Managementassistentin Jael Meyn.
Innenansicht Restaurant Ronja im Ringlokschuppen

Worum geht´s?

  • Vom Foodtruck zum nachhaltigen Restaurant
  • Frisches Gemüse von der eigenen Parzelle
  • Biologische Müllbeutel, ökologisches Spülmittel und energieeffiziente Küchengeräte 
Eingelegtes Gemüse

Den Menschen die vegetarische und vegane Küche näherbringen – das ist das Ziel von Sinan Bozkurt, Inhaber des Restaurants Ronja im Ringlokschuppen. Vor acht Jahren eröffnete er sein erstes Lokal in der Mülheimer Altstadt. „Das Ladenlokal sollte nur als Küche für den Foodtruck dienen. Aber die Nachfrage war so groß, dass wir kurz darauf elf Tische aufstellten“, erzählt Sinan Bozkurt. Drei Jahre später folgte der Umzug in den Ringlokschuppen, ein ehemaliges Eisenbahndepot. „Heute haben wir Platz für 120 Gäste. Auf unserer Terrasse finden noch einmal gut 200 Leute Platz.“ Der Gastronom ist selbst Vegetarier und ausgebildeter Ernährungsberater. „Eine fleischlose Ernährung und der Verzicht auf tierische Produkte sind nicht nur nachhaltig, sondern auch gesünder“, erklärt er.

Vielfältige Speiseoptionen und flexibler Service

Besonders beliebt sei das Restaurant bei größeren Gruppen: „Wir haben oft Fußball- oder Hockeymannschaften zu Gast, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, aber auch Schulklassen“, sagt Managementassistentin Jael Meyn. Die 19-Jährige hat als Praktikantin im Ronja gestartet – mittlerweile gehört sie seit drei Jahren zum Team. „Im Ronja ist jeder willkommen: Veganer müssen nicht auf Nudeln mit Tomatensoße ausweichen, Fleischliebhaber können wiederum den Seitan-Burger probieren – bei dem man wirklich kaum einen Unterschied zur fleischhaltigen Variante schmeckt“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Auch Änderungen auf Wunsch der Gäste bei Unverträglichkeiten sind kein Problem. 

Wir würden uns wünschen, dass die vegetarisch-vegane Ernährung von den Menschen nicht nur akzeptiert, sondern auch mehr in den Alltag integriert wird.

Sinan Bozkurt

Frisches Gemüse von der eigenen Gemüseparzelle

Einmal in der Woche wird das Restaurant Ronja vom lokalen Gemüsebetrieb „Kleines Grün“ in Mülheim mit frischem Gemüse beliefert. Der junge landwirtschaftliche Betrieb verwendet ausschließlich biologischen Dünger und Pflanzenschutz. Neben dem Gemüseanbau gibt es auf dem Feld einen 1.200 Quadratmeter großen Blühstreifen für Insekten. „Je frischer das Gemüse ist, desto höher ist der Nährstoffgehalt. Auch der Geschmack ist intensiver“, erklärt Sinan Bozkurt. Alle Lebensmittel für die ständige Speisekarte kauft Sinan Bozkurt bei METRO – hauptsächlich Bioprodukte.

Nachhaltiges Catering

„Ein Catering für 200 Personen ist für uns ein Kinderspiel – bei mehr Personen wird es neben dem Tagesgeschäft schon schwieriger“, lacht er. Das ehemalige Eisenbahndepot dient heute als Theater und Eventlocation. Das Ronja sorgt für die kulinarische Begleitung. Auch Außer-Haus-Lieferungen sind gefragt. Und das natürlich nachhaltig in Edelstahlbehältern und per Hybrid-Lieferwagen. Für Fahrzeug und Restaurant bezieht Sinan Bozkurt Ökostrom. Das tägliche To-go-Geschäft macht ein Pfandsystem nachhaltig. 

Liebe zum nachhaltigen Detail

Die Arbeitskleidung der Mitarbeitenden ist fair produziert und mit dem Oeko-Tex-Siegel ausgezeichnet. Biologisch abbaubare Abfälle lässt Sinan Bozkurt fachgerecht abholen. Zudem verwendet das Restaurant ausschließlich biologische Müllbeutel, Recycling-Toilettenpapier und ökologisches Spülmittel. „Bei den Mengen, die wir täglich verbrauchen, machen auch die kleinen Dinge einen nachhaltigen Unterschied.“ Einziger Nachteil: „Biologische und ökologische Produkte sind oft teuer. Dafür versuchen wir, unsere Betriebskosten an anderer Stelle zu senken, zum Beispiel mit stromsparenden Küchengeräten“, sagt Sinan Bozkurt. Auch sein Team steht dahinter. „Unsere Mitarbeitenden haben ein großes Mitspracherecht. Viermal im Jahr setzen wir uns aktiv zusammen und besprechen, was wir noch besser machen können.“ Geplant ist noch einiges: „Wir probieren neue Rezepte aus, um alle Bestandteile von der Wurzel bis zum Blatt zu verwerten. Zudem erneuern wir gerade alle elektronischen Geräte, um noch mehr Energie und Wasser zu sparen“, erklärt Sinan Bozkurt. 

METRO Preis für nachhaltige Gastronomie 2023

Das Restaurant Ronja erhält den METRO Preis für nachhaltige Gastronomie 2023. Eine Expertenjury wählte aus allen Bewerbungen zunächst drei finale Konzepte aus. Via Online-Abstimmung erfolgte anschließend die Platzierung der Finalisten. Die Preisverleihung erfolgt am 17. April 2024. Ab sofort und bis zum 31. Mai 2024 können sich Gastronomen für den METRO GastroPreis bewerben . Damit ruft METRO Deutschland eine neue Auszeichnung ins Leben. Vergeben wird die Auszeichnung an Gastro-Betriebe mit besonders zukunftsweisenden Konzepten in den Kategorien Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Team. Der bisherige METRO Preis für nachhaltige Gastronomie, der 2023 zum fünften Mal ausgeschrieben wurde, geht künftig mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit in der neuen Auszeichnung auf.
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