Grenzen Bewegen

Heute wissen, was Kunden morgen kaufen

"Nicht vorrätig" – das hören weder Kunden noch Lieferanten gern. Lagerbestände genauso hoch (oder niedrig) zu halten, dass sie dem Kundenbedarf entsprechen, ist für Unternehmen allerdings eine immense Herausforderung. Die Lösung bei METRO: Integrated Planning. Der Prozess optimiert die Lieferkette, so dass alle profitieren.

Stellen wir uns einen Großmarkt, ein Depot und ein Lager vor – alle 3 stellen ihre Planung separat auf und bestellen ihre Waren einzeln. Oder aber: Ein zuständiges Expertenteam überwacht alle Lagerbestände und gibt Bestellungen zusammen auf, wobei zunächst die Nachfrage der Kunden berücksichtigt wird. Was klingt vernünftiger?

Das i-Tüpfelchen wäre nun, dass ein Experte vorhersagt, wann, wo und wie viel von welchen Waren bestellt wird – und wie man die Beschaffung entsprechend organisiert. Das geht. Der sogenannte Integrated-Planning-Prozess geht eine der größten Herausforderungen der Branche an: die Warenverfügbarkeit.

Integrierte Sicht auf die Nachfrage in Geschäften und Ländern

„Wir mussten unseren traditionellen und transaktionsbezogenen Prozess für die Verwaltung der Lagerbestände erneuern und gleichzeitig Nachfrageschwankungen berücksichtigen“, sagt Marco Celenta, Global Director Supply Chain, über die neue nachfrageorientierte Lieferkettenstrategie bei METRO. Ziel ist eine einheitliche und integrierte Sicht auf die Nachfrage in allen Häusern und Ländern, um Lagerbestände besser vorherzusagen, die Kundenbedürfnisse in jedem Land zu erfüllen – und dabei gleichzeitig Verfügbarkeit und Profitabilität zu fördern und unnötige Lagerbestände zu reduzieren.

Immerhin kostet Lagerhaltung bares Geld; ebenso wie „Out of stock“-Situationen. Zudem bindet es Zeit und Ressourcen, wenn Category Manager und Department Manager in den Großmärkten Bestellungen verwalten, anstatt sich ihrer Hauptaufgabe zu widmen: für Kunden und Kollegen da zu sein. Mit der neuen Herangehensweise und Organisation konzentriert sich nun ein Supply-Chain-Expertenteam für Bedarfs- und Lieferplanung auf Prognosen und Bestellungen in allen METRO Großmärkten und Lagern. „Dank der Umstellung auf Integrated Planning können wir uns jetzt viel stärker auf die Beziehungen zu unseren Großhandelskunden in den Filialen konzentrieren“, sagt Celenta.

Alles beginnt mit den Bedürfnissen der Kunden

Was Integrated Planning so innovativ macht: Der komplette Prozess ist kundengetrieben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen wird die gesamte Beschaffung ausgehend vom Kundenbedarf rückwärts angegangen. Das neue System basiert hauptsächlich auf dem Verständnis und der Planung zukünftiger Verkäufe. Dies erfordert Fachwissen, neue Prozesse und genaue Umsatzprognosen, angetrieben von einem neuen digitalen Tool. Während zuvor jeder Großmarkt seine eigenen Bestellungen aufgab, erleichtern die neue METRO Demand & Supply Planning Software (MDSP) und die damit verbundenen Prozesse den zentralen Überblick und die Koordination. METRO mobilisiert daher seine Schlüsselressourcen: METRONOM stellt die IT-Infrastruktur bereit; gleichsam bedeutendes Element ist der Change-Management-Prozess, den das Corporate Supply-Chain-Team überwacht. Celenta: „Die Entwicklung spezieller Schulungsprogramme für unsere Nachfrage- und Angebotsplaner, aber auch für die Category und Department Manager in den Märkten unterstützt die Implementierung.“

Integrated Planning ist aber nicht nur für Mitarbeiter relevant, die direkt im Bereich Supply Chain tätig sind. „Durch das neue System können Offer-, Supply-Chain- und Operations-Abteilungen eng zusammenarbeiten. In diesem Sinne verändert Integrated Planning das gesamte Unternehmen.“ Die verwendete Software basiert auf Blue Yonder/JDA, einer führenden digitalen Lösung auf dem Markt.

Teil der Lösung für eine große Herausforderung der Industrie

Die unternehmensweite Supply-Chain-Lösung ist bereits in Polen, Spanien, Belgien, der Ukraine, Ungarn und mittlerweile auch in Deutschland und Russland implementiert. Frankreich, die Türkei, Portugal, Kroatien, Bulgarien, Serbien und Italien sind die nächsten Länder auf der Roadmap. Ziel ist es, den Prozess bis 2022 in 25 METRO Ländern umzusetzen. Der Roll-out ist Teil einer strategischen “Servicelevel“-Ausrichtung, die mit dem Wholesale 360 Strategieansatz von METRO verbunden ist. „Was wir erreichen wollen, ist eine wesentliche Verbesserung des Servicelevels für unsere Kunden in allen Ländern, unabhängig davon, welchen Vertriebskanal sie wählen. Die integrierte Planung ist und bleibt eine der wichtigsten Säulen dafür“, sagt Celenta.

Die Verfügbarkeit von Waren ist eine große Herausforderung für Industrie und Zulieferer und wird es wahrscheinlich immer sein. Integrated Planning stellt einen Teil der Lösung dar, auch wenn Engpässe nicht immer vermieden werden können. Nach der erfolgreichen Einführung des Systems in mehreren Ländern ist jedoch bereits ersichtlich, dass die Warenverfügbarkeit erheblich erhöht wurde. Doch bei allen Automatisierungen und Prognosen: Letztlich bleibt die Kundenbeziehung der Schlüssel.

So ist Erol Yildizgörer, Leiter Supply Chain Management bei METRO Deutschland, nach seinen Erfahrungen in Deutschland zuversichtlich: „Mit dem neuen integrierten Planungsprozess stellen wir sicher, dass wir aktuellen und zukünftigen Herausforderungen angemessen begegnen können. Durch diese neue Form der Zusammenarbeit können wir schneller auf kurzfristige Entwicklungen reagieren und Waren entsprechend ihrer Bedürfnisse an unsere Kunden verteilen. “


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