Grenzen Bewegen

Ein Klick, alles da: Wie METRO den Marktplatz für Gastronomen aufbaut

Im September 2019 hat METRO den ersten B2B-Online-Marktplatz in Deutschland gelauncht, der speziell auf die HoReCa-Branche (Hotel, Restaurant, Catering) ausgerichtet ist. Das ambitionierte Ziel: Die Nummer-1-Plattform aufzubauen, auf der Gastronomen alle Non-Food-Artikel finden, die sie für ihr Geschäft benötigen. Weit über das eigene Sortiment von METRO hinaus. Im Gespräch mit Philipp Blome, CEO METRO MARKETS.

Nach nur 4 Wochen waren bereits mehr als 65.000 Artikel online – damit trägt der Online-Marktplatz von METRO maßgeblich zum ganzheitlichen Ansatz von Wholesale 360 bei. Mit einem erweiterten Angebots- und Leistungsspektrum entwickelt sich METRO so zunehmend zum ganzheitlichen Service- und Lösungsanbieter für selbstständige Gastronomen.

Marktplatz

 Wholesale 360 - MarktplatzEine Plattform, auf der Gastronomen alles erhalten. Von Strohhalm bis Sitzecke. Das geht. Mit dem METRO Marktplatz.

Mehr über den Strategieansatz Wholesale 360 im Geschäftsbericht 2018/19

Marktplätze sind aktuell die Durchstarter der Online-Geschäftsmodelle: Für Betreiber bieten sie unter anderem schnelle Skalierbarkeit, Kunden profitieren von größtmöglicher Produktvielfalt und attraktiven Preisen durch den direkten Anbieterwettbewerb. Für die Entwicklung und den Betrieb der digitalen B2B-Plattform von METRO wurde im Sommer 2018 METRO MARKETS gegründet, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von METRO. MPULSE hat mit Philipp Blome, CEO von METRO MARKETS, über das neue Geschäftsmodellgesprochen.

Was bedeutet der Aufbau eines B2B-Online-Marktplatzes für METRO?

Der B2B-Marktplatz ist ein Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes, Kunden in allen Belangen ihrer Geschäftstätigkeit zu unterstützen. Ein Marktplatz ist dabei etwas ganz anderes als ein reiner Onlineshop. Der Verantwortliche ist nicht mehr nur Händler, sondern Plattformbetreiber und damit Technologieunternehmen.

 

Wieso ausgerechnet ein Marktplatz?

Durch die Digitalisierung ergeben sich völlig neue Möglichkeiten des Handels. Online kann man praktisch unendlich viel zeigen. Das klassische E-Commerce-Geschäft – sprich ein Händler, der in einem Shop nur seine eigenen Produkte anbietet – ist dabei fast schon wieder ein alter Hut, oder zumindest Standard. Der Trend geht ganz klar zu Marktplätzen, das heißt Plattformen, auf denen viele Händler verschiedene Waren anbieten. Deshalb haben wir den METRO Marktplatz gestartet: Auf diesem zusätzlichen Vertriebskanal bietet METRO nicht nur Non-Food-Produkte aus dem eigenen Sortiment an, sondern derzeit vertreiben rund 130 weitere Partner insgesamt rund 95.000 Produkte.

Was heißt das in der Konsequenz?

Wir öffnen unsere Plattform für Dritte, erlauben also Konkurrenz am Produkt. Wir glauben, dass eine Plattform nur so erfolgreich sein kann: durch eine Vielzahl an Artikeln, verbunden mit Transparenz und Vergleichbarkeit für den Kunden. Dabei ist METRO selbst nur ein Händler wie jeder andere auch.

 

Ist es nicht gefährlich für METRO, eine Plattform für Dritte zu öffnen? Wieso, glauben Sie, ordern Kunden nach der ersten Bestellung weiterhin über den METRO Marktplatz, anstatt direkt beim Verkäufer?

Auf unserem Marktplatz wollen wir den Einkauf so einfach wie möglich machen. Wiederkehrende Käufer sollen benötigte Produkte besonders leicht finden und schnell und unkompliziert nachbestellen. Im Umgang mit unseren Partnern heißt das, dass wir keine Features exklusiv für uns als METRO bauen, sondern so, dass alle sie nutzen können. Mit dem METRO Marktplatz bauen wir eine Plattform, die Handelspartnern neue Möglichkeiten gibt, miteinander ins Geschäft zu kommen.

Durch die Digitalisierung ergeben sich völlig neue Möglichkeiten des Handels. Online kann man praktisch unendlich viel zeigen.

Philipp Blome
Metro Marketplace App

Dadurch, dass Kunden über einen von der Marke „METRO“ betriebenen Kanal bestellen, könnten negatives Verhalten oder minderwertige Produkte von Händlern aber auch negativ auf METRO zurückfallen.

Diese Bedenken hinsichtlich der möglichen Konsequenzen auf die eigene Marke gibt es natürlich immer wieder bei Plattformbetreibern und solchen, die es werden wollen. Meine Erfahrung, auch aus meiner Zeit beim Online-Marktplatz real.de ist: Tatsächlich sind die Folgen sehr positiv. Deshalb ist mein Motto „einfach mal machen“. Und wir haben natürlich genügend Kontrollmechanimen, um sicherzustellen, dass unsere Regeln eingehalten werden.

 

In der Praxis leichter gesagt als getan, oder?

Naja, man kann unglaublich viel Energie in diese Vorabdiskussion stecken. Und sicher wird auch irgendetwas schiefgehen, wie bei jeder Gründung. Davor muss man aber keine Angst haben – es läuft eben mal etwas schief, das muss man dann managen. Bei real.de haben wir festgestellt, dass die Öffnung der Marke eine riesen Veränderung in der Markenwahrnehmung bewirkt hat. Die Marke wird insgesamt als viel moderner empfunden als zuvor.


An welche Zielgruppe richtet sich der neue Marktplatz von METRO?

Plattform und Angebot sind auf die Bedürfnisse von HoReCa, also Hotels, Restaurants und Catering-Services, spezialisiert. Der Marktplatz richtet sich demnach ganz klar an B2B-Kunden. Wichtig zu wissen ist aber: Man braucht keine METRO Karte, um einzukaufen. Jeder Gastronom kann über die Plattform bestellen und von der breiten Produktpalette profitieren.

Es geht also nicht lediglich darum, dass die Kunden, die bislang im METRO Großmarkt eingekauft haben, ihren Einkauf nun ins Netz verlagern.

Überhaupt nicht. Wir verschieben nicht zwischen Store und Online, sondern bieten bestehenden Kunden ein noch größeres Angebot als zuvor. Dadurch erhöhen wir unseren Share of Wallet. Darüber hinaus erreichen wir zusätzlich völlig neue Kunden. Suchanfragen über Suchmaschinen sind beispielsweise eine sehr relevanter Ausgangspunkt von  Customer Journeys, bei der wir noch Optimierungspotenzial sehen. Hier wollen wir perspektivisch mit dem METRO Marktplatz eine hohe Sichtbarkeit in den Ergebnissen erzielen, wenn etwa nach Gastronomieartikeln gesucht wird.

 

Gleichzeitig gibt aber METRO den Drittanbietern, denen der Marktplatz eine Plattform bietet, etwas vom Kuchen ab.

Entscheidend ist für uns, dass der Kunde das größtmögliche Angebot und positive Interaktionen mit der Marke METRO hat. Es geht uns nicht nur um den reinen Warenvertrieb, sondern um den besten Service für unsere Hauptzielgruppe, Gastronomen und Unternehmer. Wir wollen der Einstiegspunkt für die HoReCa-Branche in der digitalen Welt werden, das ist unsere übergeordnete Vision.

Über... Philipp Blome

Philipp Blome, 37, CEO von METRO MARKETS, begann seine Laufbahn 2001 bei METRO Deutschland, bevor er 2010 zu real,- SBW GmbH wechselte. Er arbeitete unter anderem im Vertrieb, in der IT und leitete den Bereich Digitalmarketing. Vor seinem Wechsel zu METRO MARKETS baute er den Online-Marktplatz real.de auf.

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