Grenzen Bewegen

Zufriedene Menschen – beste Garnelen

Was ist die wertvollste Ressource eines Unternehmens? Für METRO ist es der Mensch. Daher engagiert sich der Großhändler für die Wahrung der Menschenrechte im eigenen Betrieb sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In Asvini, einem Garnelen-Lieferanten aus Indien, hat METRO einen starken Partner gefunden, der sich für soziale Nachhaltigkeit einsetzt.

Klimatisierte Schlafräume, eine Kantine, Waschsalons, Aufenthaltsräume mit Fernseher und Indoor-Spielen, ein kleiner Einkaufsladen, ein medizinisches Zentrum und Außenbereiche zum Entspannen: Was nach Freizeitzentrum oder Hotelanlage klingt, beschreibt tatsächlich die Personalunterkünfte des Garnelen-Lieferanten Asvini. „Unsere Personalunterkünfte sind bestens ausgerüstet“, sagt deshalb auch Selvam Chandrasekar, Managing Director und Inhaber von Asvini. Das indische Unternehmen hat an seinen zwei Fabrikstandorten in Bhimavaram und Tuticorin in den Jahren 2018 und 2019 neue, kostenlose Unterkünfte für Mitarbeiter errichtet. Für Chandrasekar steht fest, dass der Erfolg seines Unternehmens von seinen Angestellten abhängt: „Wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter glücklich und zufrieden mit ihrem Job sind – das ist die größte Verantwortung eines Unternehmens.“

Nachhaltigkeit bei METRO

Mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie von METRO und den 8 strategischen Schwerpunktthemen im Nachhaltigkeitsbericht 2019/20.

Selvam Chandrasekar ist selbst in der Garnelenindustrie aufgewachsen: Das Business hat er im Blut, denn sein Vater, der das Unternehmen gegründet hat, hatte immer viel davon zu erzählen. Gestartet als kleines Familienunternehmen mit 25 Mitarbeitern, beschäftigt Asvini inzwischen rund 3.800 Menschen. Einige davon kommen aus der näheren Umgebung der Fabriken und können jeden Tag zur Arbeit pendeln. Andere wohnen jedoch weiter weg, wie Chandrasekar erzählt: „Unsere Mitarbeiter, die aus mehr als 50 Kilometer entfernten Gebieten Indiens kommen, brauchen eine dauerhafte Unterkunft vor Ort. Bislang hatten wir Schlafunterkünfte für lediglich 200 Personen. Der Rest musste in Miethäusern mit schlechten Lebensbedingungen wohnen – das wollten wir ändern.”
Die beiden neuen Personalunterkünfte können 1.700 beziehungsweise 1.100 Arbeiter beherbergen. Ein regelmäßiger Putzdienst hält sie sauber, auch für die Sicherheit ist gesorgt. Damit will Asvini ein Zeichen für faire Arbeits- und Lebensbedingungen setzen. Die aufgeschlossene und verantwortungsvolle Haltung schätzt auch METRO an dem langjährigen Partner: „Unsere inzwischen 8-jährige Zusammenarbeit beruht auf Transparenz, Vertrauen und einem gemeinsamen Werteverständnis. Asvini weiß, wie wichtig es ist, sich um seine Mitarbeiter zu kümmern und soziale Standards einzuhalten – das ist leider nicht selbstverständlich in Indien. In anderen Fabriken schlafen die Mitarbeiter auf dem Boden oder teilen sich ein Bett und haben keine Klimaanlage”, erklärt Julien Andrau, Food Sourcing Director Asia Pacific bei METRO.
Lunch

Foto: Vicky Tang, MFS

Sozial und ökologisch nachhaltig

Mit der Investition in die Mitarbeiterunterkünfte trägt Asvini dazu bei, die Lebensbedingungen der Mitarbeiter nachhaltig zu steigern. „Wir sehen, dass die Menschen auch zu Hause, wenn sie beispielsweise während ihres Urlaubs zu sich ins Dorf zurückkehren, die Hygienestandards umsetzen und Wert auf gesundes Essen legen – das freut uns sehr”, berichtet Chandrasekar. Gleichzeitig profitiert auch der Garnelen-Lieferant: Die guten Lebens- und Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass die Mitarbeiter bei Asvini bleiben und täglich motiviert zur Arbeit erscheinen – und damit eine konstant hohe Produktqualität garantieren. Denn Garnelen müssen noch am selben Tag, an dem sie gefangen werden – oder besser gesagt geerntet, denn sie werden in Zuchtstationen gehalten –, verarbeitet und eingefroren werden. Nur so bleiben sie frisch und qualitativ hochwertig. Die neuen Unterkünfte ermöglichen es Asvini, täglich genügend Personal vor Ort zu haben und Verzögerungen im Ablauf zu vermeiden.
Selvam Chandrasekar achtet in seinem Unternehmen jedoch nicht nur auf soziale Nachhaltigkeit, sondern auch auf umweltfreundliche und nachhaltige Produktionsverfahren: „Unsere Garnelen sind BAP (Best Aquaculture Practices) oder ASC (Aquaculture Stewardship Council) zertifiziert. Das bedeutet, sie werden in einem nachhaltigen Produktionsprozess in den Farmen aufgezogen und bei uns in den Fabriken verarbeitet – im Einklang mit der Natur.“ Dadurch kann METRO seinen Kunden ein optimales, frisches und gesundes Geschmackserlebnis garantieren, wie Vicky Tang, Sourcing Manager Seafood (Asia Pacific) bei METRO, beschreibt: „Seit dem vergangenen Jahr exportieren wir zusammen mit Asvini die ersten geschälten, komplett chemikalienfeien Garnelen in großen Mengen nach Europa – das macht bislang nur METRO in Europa so.“ Gleichzeitig kauft METRO die Garnelen als einziger europäischer Großhändler direkt vom Produzenten und sorgt damit für kurze und transparente Lieferketten.

Verantwortungsvoll wachsen

Asvini arbeitet kontinuierlich daran, seine Produktionsprozesse zu optimieren und die Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter zu verbessern: „Für diejenigen, die nicht in den neuen Unterkünften übernachten, haben wir in Kantinen und Toiletten investiert. Uns ist es wichtig, unsere Einrichtungen stetig weiter auszubauen“, berichtet Chandrasekar. Neben einem fairen und transparenten Lohnsystem verfolgt der Garnelen-Lieferant ein eigenes Corporate-Social-Responsibility-Programm. Damit unterstützt Asvini beispielsweise Schulen und Krankenhäuser in der Umgebung finanziell.
 
Unabhängige Kontrollen untersuchen regelmäßig die Einhaltung der Sozialstandards des Unternehmens. „Wir halten die Ergebnisse der Social-Standard-Reports nach und monitoren den Status vor Ort. Daher besuchen wir die Fabriken selbst, um uns von den Arbeitsbedingungen und Qualitätsanforderungen zu überzeugen“, berichtet Vera Lau, Quality Manager (Asia Pacific) bei METRO. So geht METRO sicher, einen Partner zur Seite zu haben, der einen positiven und nachhaltigen Wertbeitrag zur Gesellschaft leistet und der die wichtigste Ressource mit Respekt behandelt: den Menschen.
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Foto: Vicky Tang, MFS

Über Asvini

Asvini wurde 1976 von D. Chandrasekaran  , Selvam Chandrasekars Vater, gegründet. Zu Beginn umfasste das Unternehmen 25 Mitarbeiter und produzierte jährlich 75 Tonnen Shrimps. Diese wurden direkt im Meer gefangen. Inzwischen arbeiten rund 3.800 Mitarbeiter bei Asvini. Das Unternehmen produziert jährlich rund 17.200 Tonnen Garnelen, die nach China, Japan, Kanada, Europa und in die USA exportiert werden. Heutzutage stammen die Garnelen aus Aquakulturen. Asvini ist für die Verarbeitung, das heißt für Schälen, Einfrieren und Verpacken der Garnelen, verantwortlich.

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