Menschen Bewegen

Der Own-Business-Versteher

Bairro Alto – Szeneviertel in der Lissaboner Altstadt. Einheimische, Touristen, zwischen ihnen Gastronomen. Und irgendwo in diesem Trubel unser Mann: Jose Homem, seit 2011 Kundenmanager bei MAKRO Portugal. Unter seinem Arm klemmt eine dicke schwarze Ledermappe, die am Ende des Tages mit Bestellungen gefüllt sein wird.

Insgesamt betreut Jose 300 Kunden in 3 aneinandergrenzenden Vierteln in Lissabon. Er kennt nicht nur ihre Namen und weiß, was sie ihren Gästen am liebsten servieren – er kennt auch ihre Nöte und Ängste, ihre Wünsche und Träume. Denn bevor er zu MAKRO Portugal kam, war Jose selbst Gastronom und betrieb 2 Restaurants. Er weiß, was es bedeutet, die Hälfte des Jahresumsatzes in den Sommermonaten erwirtschaften zu müssen. Er weiß, dass seine Kunden in dieser Zeit kaum oder gar nicht schlafen.

Der portugiesische Gastro-Gründer braucht Beziehungen

Lissabon als Touristenziel boomt. Rund 6 Millionen Besucher verzeichnet die Stadt pro Jahr – Tendenz steigend. Viele der Gastronomen in Bairro Alto haben sich auf Touristen spezialisiert. Um ihre Kosten zu decken – und auch noch etwas zu verdienen – müssen sie Preise nehmen, die sich nur Touristen leisten können. Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen in Portugal liegt bei etwas mehr als 23.000 Euro – im Vergleich dazu sind es in Deutschland 45.000 Euro. „Die Miete für ein Restaurant mit 100 Sitzplätzen kann hier in Lissabon schon mal 15.000 Euro im Monat betragen. Damit die Arbeitsabläufe gesichert sind und der Gastronom seinen Kunden einen guten Service bieten kann, braucht er 20 Mitarbeiter. Ihre Löhne, die Miete, Versicherungen, monatliche Sicherheits- und Hygiene-Audits und natürlich die Steuern – das alles muss er von seinem Umsatz abziehen“, rechnet Jose vor. Bevor ein Restaurant überhaupt eröffnet werden kann, braucht der portugiesische Gastro-Gründer vor allem eines: Beziehungen. „Beziehungen waren in Portugal schon immer wichtig“, weiß der 50-Jährige.

 

OBD-Studie

Zum dritten Mal seit 2017 präsentiert METRO anlässlich des „Own Business Days“ die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die die Stimmung in kleinen und mittelgroßen inhabergeführten Unternehmen widerspiegelt. OBD-Study

In einer Stadt, die so sehr vom Tourismus lebt wie Lissabon, besteht die besondere Herausforderung für Geschäftsleute darin, Angebote für Besucher und Einheimische zu schaffen. Die Individualität, der besondere regionale Spirit, entsteht durch die unabhängig geführten Lokale. Für den Beitrag zur Gesellschaft, den diese Geschäfte leisten, verdienen sie es, gefeiert zu werden – aus diesem Grund nimmt MAKRO Portugal dieses Jahr zum vierten Mal in Folge am Own Business Day (OBD) teil. Unterstützt wird dieser von METRO und MAKRO in 25 Ländern gefeierte Aktionstag am 8. Oktober von Plakatwerbung und Beiträgen in regionalen Medien. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 2.200 MAKRO Kunden aus ganz Portugal mit 5.700 Angeboten und Aktionen – gelistet auf der Own-Business-Day-Website – am OBD. Dieses Jahr sollen es 6.000 werden.

Zum Nachtisch gibt es frische Feigen aus dem Garten

Jose telefoniert und schreibt gleichzeitig, nimmt Bestellungen auf, prüft Verfügbarkeiten, während er zielstrebig über das Kopfsteinpflaster Bairro Altos läuft. „Heute ist ein sehr guter Tag“, sagt er. Da ist ein Funkeln in seinen Augen – auch wenn er nicht mehr selbstständig ist, ist er immer noch durch und durch Geschäftsmann. Händeschütteln am laufenden Band. Es ist heiß, aber vom Meer weht eine angenehme Brise. Für die Mittagspause verlässt Jose die trubeligen Straßen und besucht das Restaurant eines langjährigen Kunden, das Touristen „Geheimtipp“ nennen würden. Hier essen die Einheimischen. Zum Nachtisch stellt der Besitzer des Restaurants Jose frische Feigen aus dem Garten seiner Schwester auf den Tisch.

 

Wir müssen unsere Kunden kennen. Nur so können wir besser werden

José Homem

Vertrauen ist gut für das Geschäft

„In den vergangenen 10 Jahren hat sich hier vieles zum Positiven entwickelt“, erzählt Jose. „Die Vielfalt der Angebote ist größer geworden, die Gastronomen achten wie nie zuvor auf die Qualität der Produkte, die sie verarbeiten – und natürlich auf das Ambiente, in dem sie ihre Gerichte servieren.“ Gutes Essen als Erlebnis – und MAKRO Portugal liefert die Zutaten. Als Partner und Produkt-Sponsor der Lissabonner Hotel School und der portugiesischen Koch-Nationalmannschaft steht der Großhändler in engem Kontakt zu Experten ihres Fachs. Auch Jose sieht sich als Partner seiner Kunden. Aufgrund der eigenen Geschichte gelingt es ihm, ihre Interessen auf die gleiche Stufe mit den Interessen von MAKRO zu stellen und davon profitieren am Ende beide. „Wir müssen unsere Kunden kennen. Nur so können wir besser werden. Und je besser wir werden, desto mehr Vertrauen schenken uns die Gastronomen – und Vertrauen ist gut fürs Geschäft.“

Kundenmanager wie er liefern wichtige Branchen-Informationen, die es MAKRO ermöglichen, das Angebot laufend anzupassen und weiter zu entwickeln – auch außerhalb des Lebensmittelsortiments. „Aktuell bieten wir Kunden verstärkt eine kostenlose Internetpräsenz an“, erzählt Jose. „Es geht langsam voran, viele Kunden sind skeptisch, warum wir ihnen etwas kostenlos anbieten, für das sie bisher immer Geld bezahlt haben. Aber ich denke, die Webseiten sind ein guter Start, um unsere Gastronomen mit der Zeit für weitere digitale Tools zu begeistern, die ihre Arbeit effizienter machen und ihnen den Alltag erleichtern werden.“

Wenn das Nachtleben auf den Straßen und in den Bars von Bairro Alto so richtig losgeht und wenn seine Kunden mit ihren Kunden alle Hände und Teller voll zu tun haben, macht sich Jose Homem auf den Heimweg in einen Vorort Lissabons. Ob er, der gelernte Koch, noch selbst Zeit zum Kochen findet? „Oh ja! Am Wochenende gehört die Küche mir“, sagt er und strahlt. Dann kocht er am liebsten eine Caldeira de bacalhau – einen Eintopf mit dem traditionellen portugiesischen Stockfisch.

Als passionierter Koch und Weinbarbesitzer legt der langjährige MAKRO Kunde Hilário Castro Wert auf beste Zutaten. Wir tauchen ein in die trubeligen Gassen von Lissabon und besuchen den leidenschaftlichen Gastronom.

In den Straßen des Bairro Alto: Eng im Austausch, nah am Gast


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