Menschen Bewegen

„Viele Lockdown-Kunden sind mir treu geblieben“

Von morgens bis abends im Laden, auch sonntags – das war für Katarzyna Boratyn schon vor Corona normal. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet sie im Einzelhandel, seit 8 Jahren betreibt sie im 7.000-Seelen-Örtchen Katy Wrocławskie nahe Breslau ihren Odido-Shop. Dann kam der erste Lockdown – und statt rund 400 Kunden täglich kamen 1.000.

Das Vertrauen in den kleinen Laden an der Hauptstraße von Katy Wrocławskie ist hoch. Das hat viele Ursachen. Eine davon liegt in der Art, wie „Kasia“ ihr Geschäft betreibt. Der Vorgarten mit den akkurat gestutzten Ziersträuchern lässt es vermuten, beim Betreten des Ladens bestätigt sich der Eindruck: Die Auszeichnung von MAKRO für den aufgeräumtesten Odido-Shop hat Kasia zu Recht erhalten. In ihrem 84-Quadratmeter-Geschäft herrscht Ordnung – muss es auch, wenn man sich in dem erstaunlich umfangreichen Sortiment auf dieser Fläche zurechtfinden will. Ob Bonbons, Batterien oder Backpulver, Gemüse oder Wurstwaren, Katzenfutter und Konserven bis hin zu Drogerie- und Haushaltsartikeln – der kleine Laden ist gut bestückt. Und es geht betriebsam zu. Die Kundschaft reicht vom Schulkind bis zum Senior. Kasia kennt ihre Stammkunden mit Namen; umtriebig wuselt sie durch die Gänge, sucht Produkte heraus, sortiert. Sie und ihr Partner leben im Haus gleich hinter dem Geschäft. Feierabend? Kasia schmunzelt. „Die Arbeit ist mein Hobby“, winkt die Frau mit den gepflegten knallroten Nägeln ab. Das Coronajahr 2020 stellte allerdings auch sie vor besondere Herausforderungen.

Kasia, was glaubst du, zeichnet deinen Laden aus?
Du musst dich für deine Kunden interessieren, sie und ihre Bedürfnisse kennen. Einige Bestellungen gebe ich speziell auf Kundenwunsch auf. Ein Kunde wollte neulich einen Wein, den er irgendwo probiert hatte, den ich aber normalerweise nicht im Sortiment habe. Also habe ich den Wein für ihn bestellt und er kommt nun extra immer wieder hierher, um ihn zu kaufen. Eine schwangere Kundin suchte kaltgepressten Karottensaft. Wenn man heute bei mir bestellt, ist das Produkt morgen da.

Wie hast du die Coronazeit erlebt?
Während der striktesten Lockdown-Phase durfte man nur einkaufen gehen und wieder nach Hause. Das war eine sehr anstrengende Zeit – ich habe praktisch 24/7 gearbeitet. Hier war sehr viel los. Die Leute hatten Angst vor großen Läden. Normalerweise bediene ich am Tag etwa 400 Kunden, während des Lockdowns waren es bis zu 1.000 täglich. Es durften sich aber nur 5 Personen im Laden aufhalten, deshalb ging die Schlange bis ums Haus. 

Mehr zum Thema

Kleine Lebensmittelgeschäfte, Kioske, Street-Food-Händler – sie machen Endkonsumenten das Leben leichter und prägen mancherorts ganze Nachbarschaften. Was den Trader-Markt weltweit ausmacht, welche regionalen Unterschiede es gibt und wieso die unabhängigen Händler für METRO einen besonderen Stellenwert haben: ein Überblick.

Wirtschaftsfaktor Trader: Mehr als eine Zielgruppe
Kaffee
Die Rioba Kaffeestation neben der Eingangstür ist eine Lösung von MAKRO und hebt Odido-Shops wie den von Katarzyna Boratyn von anderen Verbrauchermärkten ab. Der Kaffee ist günstiger und schmeckt, sagen die Kunden – deshalb stoppen sie morgens auf dem Weg zur Arbeit hier, nehmen ein belegtes Brötchen und einen Kaffee auf die Hand mit.

Was bedeutete das für dich und dein Team?
Wir haben ja montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 19 Uhr. Gemeinsam mit meinem Lebenspartner und einer Mitarbeiterin standen wir also von morgens bis abends im Laden. Nachts sind wir dann zu MAKRO gefahren, um Waren nachzukaufen. Der MAKRO Markt in Breslau hat zum Glück 24 Stunden geöffnet, und für uns Odido-Händler wurden extra Produkte beiseitegestellt, sodass unsere Versorgung gesichert war. In der Zeit habe ich pro Nacht vielleicht 2 bis 3 Stunden geschlafen.

Wie hat dich MAKRO in dieser Phase unterstützt?
Mit meinem MAKRO Partnermanager spreche ich sowieso jeden zweiten Tag. Im Zuge von Corona hat sich dieser Austausch noch intensiviert. Während des Lockdowns gab es außerdem alle 2 Wochen eine Zufriedenheitsumfrage. Und MAKRO richtete eine Website mit meinen Kontaktdaten ein, über die meine Kunden ihre Einkäufe bei mir vorbestellen oder sich liefern lassen konnten. Älteren Kunden habe ich dann alle 2 Tage eine Box mit allem, was sie benötigten, vorbeigebracht. Den Vorbestell- und Packservice bieten wir immer noch an, jetzt allerdings zur Selbstabholung, und das wird auch weiter genutzt.

Glaubst du, dass die Menschen durch diese Phase Händlern wie dir eine höhere Wertschätzung entgegenbringen?
Ja, mir sind viele der Kunden treu geblieben, die während des Lockdowns erstmals für größere Einkäufe herkamen. Die tätigen jetzt immer noch ihren Wocheneinkauf hier. Ich glaube, viele davon haben gemerkt, dass man bei mir wirklich alles bekommt. Beim Discounter kann man ja nicht so einfach einen Sonderwunsch aufgeben.

Welche Vorteile hat das Betreiben deines Ladens unter der Marke Odido?
Den professionellen Auftritt, Promo-Flyer und Angebotspreise zum Beispiel. Durch die Website und die Werbemittel gewinne ich mehr Kunden. Und ich erhalte Beratung durch meinen MAKRO Partnermanager zu allen möglichen Themen. Ich nehme auch regelmäßig an MAKRO Initiativen teil, zum Beispiel „Handel jest Kobietą“ (zu Deutsch „Handel ist eine Frau“ – eine Netzwerk-Initiative für selbstständige Unternehmerinnen, Anm. d. Red.). Dabei konnten meine Kunden für mich abstimmen und der ausgelobte Gewinn ging an eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Mir gefällt daran, dass ich meinen Kunden und der Gemeinschaft etwas zurückgeben kann.

Du engagierst dich generell in der Gemeinde, hilfst zum Beispiel bei Veranstaltungen für Menschen mit Behinderung.
Ja, das ist mir wichtig. Ich backe Waffeln fürs Picknick oder stifte Teller und Besteck. Ehrlich gesagt ist das für mich aber eine Selbstverständlichkeit. Das ist genau wie mit dem Geschäft: Es ist einfach ein Teil meines Lebens.

Wie siehst du die Zukunft deines Ladens?
Uns geht es – glücklicherweise, dafür bin ich sehr dankbar – vergleichsweise gut. Mir ist es wichtig, meinen Kunden nicht nur etwas zu verkaufen, sondern ihnen auch Service zu bieten. Wenn jemand einen Becher Joghurt kauft, frage ich, ob er einen Löffel dazu braucht. Einer älteren Dame halte ich die Tür auf oder trage ihr ihre Einkaufstasche. Solche kleinen Dinge machen den Unterschied.

Produkte / Beratung

Produkte, die unsere Kunden erfolgreich machen – mit 100 % Qualität und lokaler Ausrichtung. Dazu maßgeschneiderte Beratung zu individuellen Herausforderungen. Das Franchise-Format Odido gibt Inhabern kleiner Läden einen professionellen Auftritt, hilft bei Marketing und Shopgestaltung sowie mit digitalen Lösungen.

Mehr über die 6 strategischen Themenfelder im Geschäftsbericht 2019/20.


Auch Interessant