Hauptsache gesund

Sie haben ein Ziel: Profifußballer werden. Und der Weg dorthin führt nicht nur übers Training. Die jungen Nachwuchsspieler von Fortuna Düsseldorf werden im Nachwuchsleistungszentrum jeden Tag von Erhan Esen bekocht. Und der achtet auf seine Zutaten.

Sportplatz beim Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna Düsseldorf

Konzentriert und routiniert schneidet Erhan Esen Paprika und Tomaten, zerhackt gekonnt Petersilie und Schnittlauch und stellt nebenher den Ofen an. Es ist früh am Morgen und er ist allein in der Küche. Noch genießt er die Stille dort und in der angrenzenden Kantine. Doch ab spätestens 13 Uhr herrscht hier ein Lärmpegel wie auf dem Fußballplatz beim Heimspiel. „Dann kann man sein eigenes Wort manchmal kaum hören“, lacht Erhan und widmet sich direkt wieder Messer und Schneidebrett, denn wenn die jungen Nachwuchstalente in die Kantine kommen und Hunger haben, sollte alles bereit sein. „Eine gute Vorbereitung ist das A & O in der Küche“, weiß der 34-jährige Fortuna-Koch.


Erhan Esen bereitet ein gesundes Getränk vor
Erhan Esen, Koch der jungen Nachwuchsspieler, in der Küche des Leistungszentrums der Fortuna Düsseldorf.
Erhan Esen, Koch der jungen Nachwuchsspieler, bereitet das Mittagessen vor.

 „Kochen ist meine Leidenschaft“

Seit nunmehr 5 Monaten ist Erhan Küchenchef des Nachwuchsleistungszentrums der Fortuna Düsseldorf. Auf die Stellenausschreibung hat ihn ein Freund aufmerksam gemacht, die dieser auf Instagram entdeckt hatte. Als Amateurfußballer, der schon seit Kindesbeinen an Ballkontakt hat, klang das sehr verlockend, „obwohl ich in meinem aktuellen Job bei einem Caterer mehr als zufrieden war“, erzählt er. „Kochen ist meine Leidenschaft, ich mache das wirklich sehr, sehr gerne“, schwärmt Erhan, während er jetzt frisches Obst für einen Vitamindrink schneidet. Seine Ausbildung verlief alles andere als klassisch: „Ich war nicht auf der Berufsschule. Aber ich hatte genug Berufserfahrung, um die Prüfung bei der IHK absolvieren zu können. Das hieß allerdings für mich: das ganze theoretische Wissen musste ich mir selbst beibringen. Also habe ich mir Bücher gekauft und immer nach der Arbeit eine Stunde gelesen, gelernt und studiert. Das hat geklappt“, grinst er fröhlich.

Vor dem Training frisch gestärkt

An manchen Tagen strömen bis zu 40 Kinder plus die Trainer in die Kantine und genießen die frisch zubereiteten Speisen von Erhan – bevor es für sie nach einer Essenspause auf den Fußballplatz geht. Gestärkt und voller Energie.

Kantinengericht für die jungen Nachwuchsspieler
Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna Düsseldorf
Umkleidekabine der U15

Die jungen Nachwuchstalente bekommen zwei verschiedene Gerichte zur Auswahl. Viel Gemüse, Ballaststoffe und Eiweiß. „Für die Kids hier ist das Ziel, Profi-Fußballer zu werden, da spielt die Ernährung eine große Rolle. Und ich versuche sie behutsam an eine gesunde Ernährung heranzuführen“, erklärt er.

Kinder und Gemüse – das ist kein einfaches Thema, weiß der Vater einer vierjährigen Tochter aus Erfahrung. Wenn es nach den Kindern geht, könnte es hier jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße geben“, lacht er.

Und so versucht er, es den jungen Fußballern so schmackhaft wie möglich zu machen. „Da lasse ich schon mal die Aubergine bei der Gemüselasagne weg und denke mir schnell eine andere Variante aus oder ich zaubere eine fantastische Soße für die Champignons“, verrät er seine „Tricks“.

Richtig kalkulieren, online bestellen und liefern lassen

Vorgaben vom Verein gibt es nicht – Hauptsache die Sportler essen gesund. Erhan organisiert die Küche selbst. Von der Essenplanung, über den Einkauf, bis hin zur Vorbereitung, Zubereitung, Essensausgabe und später dann die Küche wieder auf Vordermann bringen, liegt alles in seiner Verantwortung. Und genau das liebt er an seinem neuen Job. „Ich habe ein festes Budget, mit dem ich haushalte und den Einkauf organisiere“, erklärt er. 90 Prozent seines Einkaufs plant er online über das METRO Online-Bestellsystem – hier schaut er auch auf Angebote und Sonderaktionen. „Es gibt ein paar Produkte, die kaufe ich nicht per Klick, aber das Gute ist, dass der METRO Großmarkt ja hier um die Ecke ist. Das besorge ich dann schnell dort“. Jeden Mittwoch zieht er sich für eine Stunde zurück und schreibt die Karte für die Folgewoche. Die stellt er dann online ins hauseigene System und die Kinder und Trainer haben zwei Tage Zeit, sich bis für das Essen einzutragen. „Dann sehe ich, wie viele sich für den Tag und die Woche gemeldet haben und mache dann am Freitag bei METRO online die Bestellung“. Geliefert wird dann Montag früh. Zu einem fixen Termin.
Ein System, das sich sehr bewährt. „Ich möchte so gut es geht kalkulieren können, um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen“. Hier hilft ihm seine langjährige Berufserfahrung – kalkulieren, wiegen und rechnen – das gehört zu seinem Job. Tagtäglich. „Und wenn mal was übrigbleibt, packe ich das in unsere Snackbar, wo immer auch Bananen, Weintrauben und Äpfel für die Kinder bereit liegen. Da können sie dann nach dem Training noch mal zugreifen und das Essen mit nach Hause nehmen“.


Sportplatz beim Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna Düsseldorf

Koch zu sein für das Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna – das ist für Erhan die richtige Entscheidung gewesen. Den Ernährungsauftrag lebt er tagtäglich. Und wenn die Kinder Essensnachschlag verlangen, weiß er, dass er auf dem richtigen Weg ist. „Neulich, bei einer internen Umfrage unter den Kindern war die Frage, was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Ein Kind hat geantwortet, einen Fußball und den Erhan. Das hat mich mächtig stolz gemacht.“


Erhan Esen, Koch des Nachwuchsleistungszentrums der Fortuna Düsseldorf.

Seit 5 Monaten bekocht Erhan Esen die Nachwuchstalente von Fortuna Düsseldorf. Kohlenhydrate, Vitamine stehen auf dem Plan und für verletzten Spielern gibt es vermehrt Eiweiß. Seine Gerichte sind gesund, müssen aber auch dem kritischen Kindergaumen schmecken. Am liebsten würde er mal den chilenischen Profifußballer Arturo Vidal bekochen. Er selbst mag kein Koriander - es schmeckt ihm zu sehr nach Seife. Bei Koriander gibt es keine Mitte, entweder mag man es oder nicht, findet er. Aber beim Thaicurry macht er eine Ausnahme. Da gehört es einfach dazu und verleiht dem Gericht die nötige Frische.


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