Agata´s Sterneküche

Agata Reul hat ein Team um sich geschart, das ihre Leidenschaft für besonderes Essen teilt, und einen Ort geschaffen, an dem Menschen mit allen Sinnen genießen: Das Sternerestaurant Agata´s.

Inhaberin Agata Reul mit Chef-Koch Philipp Lange

Glänzende Tische in dunkler Holzoptik, anthrazitfarbenes Parkett, indirektes Licht betont die Struktur der mit Moos dekorierten Schieferplatten an den Wänden. Die Mitte des Gastraums ziert ein flaches Wasserbecken. Darin stehen Etageren mit Spirituosen-Flaschen. Aus Keramik-Töpfen wachsen sattgrüne Farne. Der Raum bietet eine Bühne für Essen auf der Höhe der Kunst: „Auster, in der Schale gegrillt, mit Sake-Kasu-Creme überzogen, angemacht mit gepufftem Wildreis, abgeschmeckt mit Reisessig, dazu eine Blumenkohl-Creme, Blumenkohlröschen, scharf angebraten, mit Nira-Lauch angemacht – und Schmorgurke süß-sauer mit ein wenig Apfelschaum.“ Küchenchef Philipp Langes Beschreibung klingt wie ein Gedicht.

Ein Job, der erfüllt

Agata Reul hat ein Team um sich geschart, das ihre Leidenschaft für besonderes Essen teilt, und einen Ort geschaffen, an dem Menschen mit allen Sinnen genießen: das Agata’s in Düsseldorf. „Wir lieben, was wir tun“, sagt sie. Diese Leidenschaft war es, die Agata mit 27 dazu brachte, eine Kochlehre zu machen, statt ihren Berufsweg als Anwältin weiterzuverfolgen. Dabei hatten die Eltern ihr eingeschärft „Niemals Gastronomie, das ist so hart.“ Doch der elterliche Gasthof in Polen, ihre Lieblingswurst in der Metzgerei des Großvaters und die Tischgemeinschaft bei gutem Essen hatten sie geprägt.

Fine Dining im Agata´s Restaurant in Düsseldorf
Inhaberin Agata Reul mit Chef-Koch Philipp Lange
Agata´s Restaurant. In der Küche wird der Teller angerichtet.

„Wenn man nur die Arbeitsstunden sieht, ist der Beruf hart. Dafür erfüllt er: Wir nehmen an so vielen schönen Momenten im Leben unserer Gäste teil.“ 2012 machte Agata sich selbständig mit zwei Köchen aus ihrer Lehrzeit, Jörg Wissmann und Philipp Lange. Bereits ein Jahr später erhielt das Agata’s einen Michelin-Stern. „Bis dahin haben wir Tag und Nach gearbeitet“, sagt Agata. „Und danach eigentlich auch“, ergänzt Philipp und lacht. Er war anfangs Sous-Chef, schließlich folgte er Jörg Wissmann nach als Küchenchef.

Mit Experimentierfreude zum Stern

„Es gibt mehrere Wege, den Geschmack zu erreichen, den man sich vorgestellt hat. Darin hat mich Jörg geprägt“, beschreibt Philipp. Die französische Küche bezeichnet er als „hervorragendes Grundrezeptbuch“, dessen Regeln man aber „über Bord wirft, wenn man etwas Neues im Sinn hat“. Diese Experimentierfreude schöpft aus dem Reichtum von Zutaten, Techniken und Aromen anderer Esskulturen. Bei Philipp ist es die hawaiianische Küche, die von den Polynesiern und japanischen Einwanderern geprägt ist.

Noch mehr freut uns aber, wenn unsere Gäste das Essen genießen – egal ob sie wissen, dass wir einen Stern haben. 

Agata Reul

Philipp war 9 Jahre, als seine Eltern mit ihm nach Hawaii auswanderten: ein Schub für seine kulinarische Neugierde. Wie öffnet man eine Kokosnuss? Wie bringt es ein Junge von der Ostsee fertig, rohen Fisch zu essen? Auch der Geschmack von Musubi – angebratenes Frühstücksfleisch in Sushi-Rollen – nach einem Tag am Strand, ist eine prägende Erinnerung. Sie lieferte die Vorlage für ein Gericht im Agata’s. „Aal Musubi mit geräuchertem Aal, Teriyaki und Schmalz vom Wagyu-Rind, Ingwer, Apfel und Zwiebel. Nichts daran war mehr wie bei dem Musubi von damals, aber es hat mich ganz klar dazu inspiriert.“


Die Suche nach Inspiration verbindet Küche und Gäste. „Ein Gourmet probiert Neues aus, setzt sich mit dem Essen auseinander, stellt Fragen und hört gespannt zu“, beschreibt Agata. Noch stärker verbindet die gemeinsame Leidenschaft. „Gutes Essen wird immer mit Gefühl zubereitet, mit Herz“, sagt Philipp. „Wie eine Oma für ihre Enkel kocht. Das schmeckt man sofort.“ Und so macht ein Michelin-Stern kein Gourmet-Restaurant, er zeichnet es lediglich aus. „Wir freuen uns sehr darüber“, sagt Agata. „Noch mehr freut uns aber, wenn unsere Gäste das Essen genießen – egal ob sie wissen, dass wir einen Stern haben.“


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