Voila, Julius Wiesenhütter mit Ox-Klee

Sterneküche per Paketdienst – voilà!

timer3 minOktober 2022

Zuhause speisen wie in der gehobenen Gastronomie? Dank der Onlineplattform voilà (getvoila.com) sagen Gastronomen ganz klar: Ja, das geht!

Der Postbote klingelt. Die Lichter sind bereits gedimmt, die Playlist klingt aus der Musikbox und im gelieferten Päckchen befindet sich das Highlight des Abends: ein perfektes 3-Gänge-Menü aus dem Sternerestaurant. Wie sogar unbedarfte Hobbyköche eine kreativ-kulinarische Höchstleistung auf den heimischen Tisch zaubern? voilà liefert sie einfach ins Haus. Die Online-Plattform versammelt mehr als 80 Restaurants und sogenannte Tastemaker, kleine Manufakturen für Pasta, Empanadas oder Eis. Ob Michelin-Sterneküche oder authentische Länderkulinarik – auf der Website findet sich für jeden Gaumen das passende Menü. Im August 2021 startete die Idee, einen Lieferdienst speziell für qualitativ hochwertige Angebote zu entwickeln, mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit. Damit sollte – unabhängig von der Pandemie – eine größere Zahl an Gästen außerhalb der großen Städte die Möglichkeit erhalten Fine Dining zu erleben. 

Das Geschäftsmodell von voilà überzeugte auch Arne Anker, Inhaber und Küchenchef des BRIKZ in Berlin. Er hatte während der Pandemie bereits in Eigenregie für sein Fine-Dining-Restaurant einen Lieferservice auf die Beine gestellt. Die Kooperation mit voilà ist für ihn nicht nur eine Entlastung, sie ermöglicht es auch, Gourmets im gesamten deutschsprachigen Raum zu erreichen. „Nicht jeder kann einfach mal so zu uns nach Berlin kommen. Durch den Lieferservice von voilà können auch Menschen aus Süddeutschland ein Menü von uns genießen.“ Einmal vom Angebot des BRIKZ überzeugt kommen manche Gäste irgendwann tatsächlich ins Restaurant. „Wir haben schon einige Gäste gehabt, die uns über den Lieferservice kannten, das Essen aber so lecker fanden, dass sie es unbedingt auch einmal im Restaurant erleben wollten“, erklärt er.

Menü verpackt
Menü verpackt

Lieferservice nachhaltig – eine Herausforderung

Nachhaltigkeit ist für jeden Lieferservice eine Herausforderung, denn es entstehen schnell Berge an Verpackungsmüll. Doch das voilà-Team hat das Thema von Anfang an mitgedacht. „Wir planen die Routen mit einem digitalen Tool, um die Lieferfahrten so kurz und effizient wie möglich zu halten“, erklärt Julius Wiesenhütter, Mitbegründer von voilà. „Auch die Verpackungen entwickeln wir stetig weiter, um unseren Partnern möglichst nachhaltige Lösungen anzubieten. Aktuell kümmern wir uns um Transportboxen, Inlays und Kühlmittel und beraten die Restaurants auf der Plattform, wie sie ihre Produkte umweltfreundlich verpacken können.“
Möglichst nachhaltig Sterneküche zu liefern – diesem Prinzip folgt auch Stefan Fäth, Inhaber und Küchenchef des Hamburger Restaurants Jellyfish. „Neben den von voilà gestellten 100% recyclebaren Verpackungen und den wiederverwendbaren Kühlakkus sorgen wir zusätzlich mit passgenauen Behältnissen aus Maisstärke bei jedem Gericht für umweltschonende Lagerung und sicheren Transport.“ Um den Fine-Dining-Lieferservice möglichst grün zu machen, arbeitet voilà außerdem mit dem Start-Up Vaayu zusammen: Die beim Transport anfallenden CO2-Emmissionen werden berechnet und zum Ausgleich werden verschiedene Projekte gegen den Klimawandel gefördert. So unterstützt voilà Programme zur Rettung der Ökosysteme in Peru, Kambodscha und Kenia.

Menü
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Wenn der Küchentisch zum Restaurant wird

Dass das Lieferkonzept nicht das Restauranterlebnis ersetzen kann, wissen sowohl voilà als auch die beiden Gastronomen. „Wir bringen Genießer und Gastronomen in Deutschland und Österreich zusammen – und das unabhängig vom Standort“, sagt Wiesenhütter. Bei der Auswahl der Menüs wird stark darauf geachtet, dass alles trotz Lieferprozess mit vollem Geschmack ankommt und nach dem Kochen auch gar keine Ähnlichkeit mehr mit Lieferessen hat. Denn damit das Sterneküchen-Flair nicht zu kurz kommt, lassen sich die Restaurants etwas einfallen: „Wir geben unseren Gästen nicht nur eine detaillierte Beschreibung zum Kochen mit, sondern auch eine Anleitung, wie sie die Gerichte schön anrichten können“, erzählt Fäth. 
Sterneküche zu Hause genießen – das kommt gut an. Die Zahl der Gäste wie der teilnehmenden Restaurants steigt stetig. Und über seine Tastehunter sucht voilà nach neuen Gastronomiebetrieben, die das Portfolio der Plattform erweitern. Künftig möchte voilà mehr Betriebe aus regionalen und ländlicheren Regionen auf die Plattform holen. „Auch auf dem Land gibt es kulinarische Schätze zu entdecken“, so Wiesenhütter. „Es wäre schön, wenn wir unseren Kundinnen und Kunden bald auch diese regionale Vielfalt bieten können.“