Grenzen Bewegen

Eine Kelle … weniger Hunger

Immer neue Trends bewegen die Branche – wir spüren ihnen nach. In unserer Serie „Eine Kelle …“ stellen wir regelmäßig spannende Projekte und Persönlichkeiten aus der Food- und Gastro-Szene vor. Heute im 3-Fragen-Interview: Felix Leonhardt, Gründer des Hamburger Startups lycka, das 100% veganes Eis und Granola verkauft – und damit Schulmahlzeiten für Kinder in Ostafrika spendet.

Neue Serie über Trends aus der Food- & Gastroszene: Eine Kelle ...

Felix, was ist das Besondere an euren Produkten?

Die Konsequenz unserer Philosophie. Unsere Produkte sind immer vegan, bio und spenden eine Schulmahlzeit für ein Kind in Ostafrika. Wir möchten mit lycka zeigen, dass vegan und lecker sich nicht ausschließen und mit jedem verkauften Produkt zu einer Welt ohne Hunger beitragen. Die Kombination aus lecker, sozial und vegan ist definitiv unser Alleinstellungsmerkmal.

Jedes verkaufte lycka-Produkt bedeutet eine Schulmahlzeit für ein benachteiligtes Kind in Ostafrika: Wie funktioniert das?

Dafür arbeiten wir eng mit der deutschen Welthungerhilfe zusammen. In Burundi und Malawi bauen wir dort gemeinsam mit den Eltern und Lehrern vor Ort eine lokale Infrastruktur aus Schulgärten auf. Ziel ist einerseits dafür zu sorgen, dass Kinder in der Schule etwas zu essen bekommen und dadurch in die Schule gehen. Andererseits hilft das Projekt, den Kleinbauern eine lokale Wirtschaft und Handel aufzubauen.

Von jedem verkauftem lycka Produkt geht ein fester Betrag (zwischen 6 und 11 Cent, je nach UVP) an diese Projekte. Im Schnitt kostet eine Schulmahlzeit dort ca. 9 Cent, sodass wir von jedem einzelnen verkauften Produkt 1 Schulmahlzeit ermöglichen können. Die Wirkung des Projekts reicht jedoch noch viel weiter.


Was genau bewirkt euer Projekt in der begünstigten Community in Burundi und Malawi?

Bis heute haben wir gemeinsam mit der Welthungerhilfe über 2,5 Millionen Schulmahlzeiten ermöglichen können. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die positiven Effekte, die wir uns erhofft haben, tatsächlich eintreffen. Die Schulmahlzeit hat sehr viele positive Effekte, die sie sinnvoll machen. Natürlich wird erst mal ein Kind satt, was dazu führt, dass dieses Kind in der Schule ist. Das ermöglicht dem Kind einen leichteren Zugang zu einer hoffentlich besseren Bildung. Gleichzeitig werden Eltern weitergebildet, was ihre eigenen Anbaumethoden angeht. Das hilft langfristig der wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort.

In konkreten Zahlen: die Einschulungsrate in unserem Projekt in Burundi ist von etwas über 50% auf über 97% gestiegen, das Verhältnis von Jungen zu Mädchen in den Schulen hat sich von 3:1 zu 1:1 verbessert, und die Abwesenheitsquote ist auf unter 3% gesunken. All das ist vor allem auf die gestiegenen Schulbesuche von Mädchen zurückzuführen, die traditionellerweise  zu Hause helfen müssten und keine Chance auf Bildung bekommen würden.
Felix Leonhardt, Gründer des Hamburger Startups lycka

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