Grenzen Bewegen

Die Food-Szene in Bewegung – Vielfalt zählt

Von essbaren Strohhalmen bis hin zu pflanzenbasierten Burgern: Die Food-Szene sprüht nur so vor neuen Ideen. Doch Produktneuheiten erreichen oft nicht die breite Masse. Dabei sind Innovationen das Salz in der Suppe und unverzichtbare Impulsgeber für die Lebensmittelbranche.

Ernährung ist heute viel mehr als bloße Energieaufnahme. Sie ist Ausdruck des Lebensstils und ein persönliches Statement. Viele Verbraucher wollen sich zunehmend verantwortungsbewusst und gesund ernähren. Und das bildet sich auf denTellern ab – ob im Restaurant oder Zuhause. Derweil wirkt sich der Innovationswille auch auf die Anzahl neuer Produkte aus. 40.000 neue Produkte kommen jährlich auf den Markt, meldet die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). An Vielfalt mangelt es derzeit also nicht. Doch inwiefern werden vor diesem Hintergrund die Angebote von Start-ups interessanter? Und wie kommen die Produktneuheiten zum Verbraucher?

Ein Wegbereiter für Food-Innovationen ist NX-Food. Der Innovationshub von METRO AG ist immer auf der Suche nach neuen Technologien, Impulsen und Produkten. Solche, die den Weg in den Handel schaffen und die breite Masse erreichen können. So ist etwa das Start-up-Regal eine Initiative, mit denen der Hub neue Lebensmittel in den Handel bringt.

Der Hub wurde Anfang 2018 gegründet und seitdem ist viel passiert. NX-Food führte das erste Großhandels-Listing für insektenbasierte Produkte in Deutschland ein, nur 3 Monate nach Inkrafttreten der neuen EU-Verordnung über neuartige Lebensmittel. Später startete  das Team zahlreiche Partnerschaften.

 



Fabio Ziemssen, Director Food Innovation NX-Food, METRO AG im Gespräch:

 

Fabio, deine bisherige Zeit für NX-Food, ein kurzer Rückblick:

Die letzten Jahre waren für uns bei NX-Food intensiv – zeitintensiv aber auch voller neuer, interessanter Begegnungen und Geschmäcker. Einige, wenige Menschen treffen sich. In der richtigen Zeit. Am richtigen Ort. Mit den Fähigkeiten, die es für ein Team braucht: Das war der Start von NX-Food und das macht mein Team in meinen Augen ganz besonders. Ich habe gelernt, wie wichtig die Kombination von Leidenschaft, Kreativität und Authentizität für den Erfolg ist. Und natürlich dürfen weder Humor noch gegenseitiges Vertrauen in einem Team fehlen. Nur so konnten wir einiges anstoßen und unseren Beitrag dazu leisten, Bewegung in die Food-Szene zu bringen.

Fabio Ziemssen, Director Food Innovation NX-Food, METRO AG im Gespräch

 

Was denn zum Beispiel?

Seit Frühjahr 2018 sind mehr als 600 Bewerbungen von Gründerteams für unser Start-up-Regal in ausgewählten METRO Märkten und für das Bordbistro-Magazin von Eurowings eingegangen, mehr als 60 Start-ups konnten unsere Programme durchlaufen, 20 haben den dauerhaften Sprung in die Marktregale geschafft. Allein mit der Eurowings-Kooperation erreichen wir potenziell jeden Monat über 2 Mio. Endkunden auf rund 20.000 Eurowings-Flügen in über 50 Länder. Und da es in unserer Branche unerlässlich ist, sich kontinuierlich über Trends und Erfahrungen auszutauschen, um einen guten Wissenstransfer zu gewährleisten, bauen wir auch unser Netzwerk immer weiter aus – in der Wissenschaft, in der Start-up-Szene, national und international. Unsere Start-up-Community, mit der wir uns regelmäßig treffen, zählt beispielsweise mittlerweile mehr als 800 Gründerteams. Mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnologie (DIL) arbeiten wir im Projekt Food 2025 an neuen Foodlösungen für morgen. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft forschen wir an dem Thema Vertical Farming und seit diesem Jahr zählt METRO zu den Gründungsmitgliedern des neuen Verbands für Alternative Proteinquellen (BALPro). Und das sind nur einige Beispiele für strategische Partnerschaften, die wir bislang aufgebaut haben.

 

Und was erwartet uns in Zukunft?

Als Großhändler haben wir eine spezifische Kundengruppe. Dadurch ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten, um Innovationen am Markt zu testen und dabei zugleich die METRO Kunden zu unterstützen. Ganz in diesem Sinne fungieren wir verstärkt auch als „Matchmaker“. Das heißt, wir verbinden Partnerunternehmen beispielsweise mit Gastronomen, um neue Produkte und Lösungen an den Markt zu bringen (zum Artikel: Frisches Grün dauerhaft in Küchen). Und das auch dann, wenn diese gegebenenfalls noch nicht einmal im Handel erhältlich sind. Das war beim pflanzenbasierten Burger des britischen Food-Unternehmens Moving Mountains der Fall, den wir in die Düsseldorfer und Frankfurter Restaurants von What’s Beef gebracht haben. Unsere Aufgabe bestand darin, den Weg für diese Kooperation zu ebnen und beide Parteien zusammenzubringen. Der Rest ergab sich von allein  Die neue Generation der Gastro-Unternehmer weiß einfach, dass ein Restaurant-Besuch heute für Kunden auch immer mehr zum Statement wird. Und innovative, nachhaltige Produkte unterstützen dieses Statement.  Am Ende ist es unser Antrieb, die Lücke zwischen Innovation und Umsetzung zu schließen und da haben wir noch ganz schön viel vor!



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