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Eine Kelle … weniger Lebensmittelverschwendung

Immer neue Trends bewegen die Branche – wir spüren ihnen nach. In unserer Serie "Eine Kelle ..." stellen wir regelmäßig spannende Projekte und Persönlichkeiten aus der Food- und Gastroszene vor. Heute geht es um das globale Problem der Lebensmittelverschwendung. Wir sprechen mit Mette Lykke, CEO von Too Good To Go, über die Mission und Vision des Unternehmens und die Gründe für die Partnerschaft mit METRO.

Neue Serie über Trends aus der Food- & Gastroszene: Eine Kelle ...

Jedes Jahr landen allein in Deutschland 18 Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel auf dem Müll: Eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, die für die Produktion verwendet wurden. Die Initiative Too Good To Go hat sich der Sache angenommen und bietet unter anderem mit ihrer gleichnamigen Lebensmittelretter-App Restaurants, Cafés und Lebensmittelhändlern eine Plattform, um Speisen, die sonst auf dem Müll landen würden, noch zu verkaufen. Im Rahmen unserer Serie „Eine Kelle...“ sprachen wir mit CEO Mette Lykke über die Mission und Vision von Too Good To Go und die Gründe für die Partnerschaft mit METRO.


Mette, was gab den Anstoß für die Gründung von Too Good To Go?

Es begann alles mit der Erkenntnis, wie viele Tonnen gutes Essen jeden Tag in Restaurants weggeworfen werden. Wir reden hier über absolut genießbares Essen, dass ein paar Stunden vorher noch zum Verkauf stand. Wir dachten, dass es da doch einen intelligenteren Weg geben muss und ein paar Monate später war die App Too Good To Go geboren – als eine der ersten Lösungen, die sich dieses riesigen Problems annimmt! Sie ist aktuell in 13 Ländern verfügbar, in 2020 werden zwei weitere folgen. Wir haben 22 Millionen Nutzer und mehr als 44.000 Partner an Bord. Die Partnerschaft mit METRO ist eines unserer neuen Modelle auf Weg zum Erreichen unserer Vision eines Planeten ohne Lebensmittelverschwendung: Wir vernetzen uns mit Großhändlern und dadurch mit den Food-Profis, die ihre Services nutzen.

Was ist die Mission von Too Good To Go?

Wir wollen die Menschen inspirieren und handlungsfähig machen, Lebensmittelverschwendung gemeinsam zu bekämpfen. Das bedeutet, dass wir alles zu tun, um das Thema auf die Umwelt- und Politikagenda zu setzen, dass wir Unternehmen hinsichtlich weitreichender Maßnahmen beraten und Schulen mit Material ausstatten, damit sie das Thema in die Lehrpläne aufnehmen können. Menschen wollen etwas bewegen – und wir sind hier, um ihnen dabei zu helfen, zu entdecken, was sie tun können und wie einfach es tatsächlich ist. Die Lebensmittel, die wir verschwenden, sind für bis zu 10 % des Gesamtausstoßes von CO2-Äquivalenten in die Atmosphäre verantwortlich. Wenn also Unternehmen wie METRO sich verpflichten, Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2025 um 50% zu reduzieren, dann macht das wirklich einen Unterschied!

Wie erreichen wir das?

Es beginnt mit der Erkenntnis und dann mit einer Verhaltensänderung – auf Unternehmens- und Bildungsseite und auch in der Politik. Wenn wir die Art und Weise ändern, wie wir über Lebensmittelverschwendung denken und damit beginnen, den wahren Wert von Lebensmitteln zu respektieren, dann wachsen Kinder mit anderen Gewohnheiten und Fähigkeiten auf – und Unternehmen setzen Richtlinien zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung prominenter auf ihre Pläne. Diese Veränderungen zu bewirken, heißt die jetzige Art und Weise unseres Denkens und Arbeitens zu verstehen. Das Konzept von Too Good To Go ist auf die bereits vorhandene Betriebsstruktur der Unternehmen abgestimmt. Wir unterstützen METRO Kunden dabei, ihre Ziele im Hinblick auf die Lebensmittelverschwendung zu erreichen und implementieren mit ihnen gemeinsam Lösungen, die mit ihren jetzigen Prozessen einhergehen. Wir erinnern uns alle daran, dass wir ermahnt wurden, unseren Teller leer zu essen. Heute wissen wir, dass es eher darum geht, das Essen für später einzupacken!

Warum arbeiten Sie mit METRO zusammen?

METRO ist ein globales Unternehmen, das ebenso wie wir realisiert hat, dass große Maßstäbe auch große Chancen mit sich bringen. Es liegt an uns, etwas zu bewirken und sich ernsthaft für Umweltziele einzusetzen, die eine bessere Zukunft gewährleisten. Wir arbeiten jetzt mit neun Ländern in ganz Europa zusammen, sind in 17 Großmärkten in den Niederlanden und allen sechs Großmärkten in Belgien aktiv. Vielleicht sind Sie uns also schon begegnet!

Mette Lykke, CEO von Too Good To Go

Zusammen haben wir mehr als 42.000 Mahlzeiten vor dem Müll gerettet. Darüber hinaus war es eine Freude, 2019 zweimal bei Veranstaltungen der Financial Times und des Consumer Goods Forum mit Veronika Pountcheva auf der Bühne zu stehen und über unsere Vision und die Macht der Unternehmen zu sprechen, die Welt zum Positiven zu verändern. Mit der Akkreditierung als B-Corporation dieses Jahr haben wir das wirklich verfestigt.

Bevor Sie sich TGTG und dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung angeschlossen hast, haben Sie die Fitness-App und -Community Endomondo  mitgegründet. Was war Ihre persönliche Motivation hinter dieser Veränderung?

Als ich das erste Mal von Too Good To Go und der Mission dahinter gehört habe, waren mir die Ausmaße des Einflusses der Lebensmittelverschwendung auf die Umwelt gar nicht bewusst. Sobald ich die Tragweite des Problems realisiert hatte, wurde ich eine der ersten Investoren des Unternehmens und bin sechs Monate später als CEO eingestiegen. Ich bin stolz darauf, am Aufbau eines Teams beteiligt zu sein, dass unermüdlich gegen Lebensmittelverschwendung kämpft und dadurch die Umwelt schützt – welches einer meiner Beweggründe hinter der Entwicklung von Endomondo war: Es ging nicht nur darum, die Menschen dazu zu bringen, Sport zu machen – sie sollten es draußen tun und die Natur wieder mehr wertschätzen. Jetzt, wo wir uns auf eine neue Normalität einstellen müssen, ist dies der Grundstein neuer globaler Umwelt- und sozialer Schwerpunkte. Ich könnte nicht stolzer auf die Sinnhaftigkeit unserer Projekte sein!

Too Good To Go in Zeiten von Corona: Initiative „WeCare“

In der Coronakrise hat Too Good To Go sein Konzept um die gemeinnützige Initiative „WeCare“ erweitert. Restaurants können so ihr To-go-Menü und Lebensmittelhändler ihr reguläres Sortiment über die Plattform Too Good To Go zur Mitnahme anbieten. Mit dieser vorübergehenden Aktion können sie ihren Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. Das Projekt, mit dem To Good To Go in diesen schweren Zeiten seiner Community etwas zurückgeben möchte, läuft in Deutschland, Frankreich, Belgien, Portugal, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und Polen. Die mehr als 22 Millionen Nutzer der App können aktuell auf über Tausend Produkte zugreifen.

Partnerschaft mit METRO

Die Partnerschaft zwischen METRO und Too Good To Go wurde im Oktober 2018 in Deutschland ins Leben gerufen und im Mai 2019 international erweitert, zunächst um sechs Länder: Dänemark, Belgien, Frankreich, die Niederlande, Italien und Spanien. Mittlerweile können App-Nutzer nicht verkaufte Lebensmittel in allen 17 Großmärkten in den Niederlanden und in sechs Großmärkten in Belgien zu reduzierten Preisen kaufen und so vor dem Müll retten.

Im November 2019 wurde die Partnerschaft auch auf Portugal, Österreich und Polen ausgeweitet. Die Zusammenarbeit von METRO und Too Good To Go beinhaltet auch Vermittlung und Beratung – das bedeutet zum Beispiel, dass METRO seinen HoReCa-Kunden Too Good To Go als digitale Lösung gegen Lebensmittelverschwendung in ihrem Betrieb empfiehlt.

Mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie von METRO: Fortschrittsbericht 2018/19 – Unsere Nachhaltigkeitsstrategie


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