Grenzen Bewegen

Eine Kelle … Zeitersparnis

Immer neue Trends bewegen die Branche – wir spüren ihnen nach. In unserer Serie „Eine Kelle …“ stellen wir regelmäßig spannende Projekte und Persönlichkeiten aus der Food- und Gastro-Szene vor. Waitrr ermöglicht kontaktloses Bestellen und Bezahlen in Restaurants. Wir haben mit CEO Tim Wekezer über das nicht nur in der Coronakrise spannende Tool gesprochen.

Welche Vorteile bietet Waitrr?
 
Waitrr ist eine B2B-Lösung, die kontaktloses Bestellen und Bezahlen in Restaurants und Hotels ermöglicht.  Mithilfe von Waitrr können die Prozesse online durchgeführt werden. Dadurch hat das Restaurantpersonal mehr Zeit, sich um die Gäste zu kümmern und ihnen einen unvergesslichen Restaurantbesuch zu bereiten – und das insbesondere während der Stoßzeiten.
 
Genauer gesagt: Waitrr schafft ein nahtloses Bestellungserlebnis, bei dem die Gäste nicht mehr warten müssen, bis sie ihre Bestellung beim Kellner aufgeben können. Das Gleiche gilt für die Bezahlung. Normalerweise dauert es etwas, bis die Gäste den Kellner auf sich aufmerksam machen können, um nach der Rechnung zu fragen. Dann müssen sie auf das Wechselgeld oder das Kartenlesegerät warten. Bei Waitrr dagegen erfolgt die Zahlung direkt bei der Bestellung, so dass die Gäste gehen können, sobald sie mit dem Essen fertig sind. Das steigert die Effizienz.
 
Für den Restaurantbesitzer bedeutet das: Er kann wertvolle Minuten sparen, den Tisch schneller abräumen und in Spitzenzeiten wie beim Mittag- oder Abendessen neue Gäste schneller platzieren. Dadurch kann er den Umsatz pro Tisch und somit auch seine Gesamteinnahmen erhöhen.
 
Woher kam die Idee?
 
Die Idee kam mir während eines Abendessens, bei dem so einiges schief lief: Uns wurden die falschen Gerichte serviert, auf der Rechnung standen Posten, die wir nicht bestellt hatten, und als wir etwas von der Speisekarte bestellen wollten, sagte uns der Kellner, dass die Gerichte bereits aus waren. Ich wusste, dass Technologie hier helfen kann, den Service des Restaurants zu verbessern.
 
Der misslungene Restaurantbesuch war allerdings nicht die Schuld des Kellners – das Restaurant war voll besetzt, und er war der einzige, der das gesamte Restaurant bediente. Daher bin ich ein paar Tage später ins Restaurant zurückgegangen und habe mit dem Besitzer gesprochen. Er erzählte mir, dass es unmöglich sei, Personal zu bekommen und zu behalten. Er würde gerne mehr Leute einstellen, aber er findet einfach kein geeignetes Personal. Nachdem ich mit weiteren Restaurants gesprochen hatte, wurde mir klar, dass dies ein verbreitetes Problem ist.
 
Da ich schon immer eine große Leidenschaft für die F&B-Branche hatte, stand für mich schnell fest: Ich kehre zu meinen Wurzeln zurück und gründe ein Unternehmen für die Branche, die ich so sehr liebe. Meine Eltern besitzen nämlich selbst mehrere Restaurants und ich bin in der Gastronomie aufgewachsen.
Welche Erfahrungen haben Sie in den letzten Monaten gesammelt?
 
Wir haben gesehen, dass Restaurantbesitzer weltweit vor sehr ähnlichen Herausforderungen stehen. Das größte Problem ist, Personal zu finden, zu rekrutieren, auszubilden und zu halten – sei es in London, Berlin, Dubai oder Singapur. Immer mehr Restaurants setzen daher auf Technologie als Problemlöser. Die Coronapandemie hat diese Entwicklung stark beschleunigt.
 
Wir haben auch gelernt, dass Restaurants die Nase voll haben von Lieferplattformen Dritter, die sehr hohe Provisionen verlangen. Restaurants suchen zunehmend nach B2B-SAAS-Plattformen wie Waitrr, die es ihnen ermöglichen, ihren eigenen Bestellprozess aufzusetzen und ihre Daten selbst zu verwalten.
 
Wohin geht die Reise – was kommt als Nächstes?
 
In den vergangenen Monaten haben wir unsere Lösung in 6 Ländern auf den Weg gebracht. Als Nächstes wollen wir unsere Präsenz und unsere Unterstützung in diesen Ländern ausbauen.
Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen in vielen weiteren Regionen weltweit, so dass wir momentan sehr hart daran arbeiten, Waitrr in diesen Märkten verfügbar zu machen. Natürlich entwickeln wir auch ständig neue Funktionen – um das Bestellverfahren für den Gast noch reibungsloser zu gestalten und den Restaurantbesitzer noch besser zu unterstützen.
 
Ein Beispiel:  Wir verbessern unsere Feedback-Funktion, bei der jeder Gast gefragt wird, wie sein Restaurantbesuch war. Dieses Feedback wird gesammelt und ausschließlich für interne Zwecke zur Verfügung gestellt. Damit soll der Restaurantbesucher erkennen, wo es Verbesserungsmöglichkeiten in seinem Betrieb gibt.
 
Außerdem bauen wir derzeit ein Dashboard auf, das den Restaurantbesitzern dabei helfen soll, negatives Feedback weiterzuverfolgen und eine Wiedergutmachung anzubieten, falls der Gast nicht zufrieden war. Zum Beispiel kann er dem Gast dann einen Gutschein als Entschädigung schicken. Wir hoffen, dass dadurch mehr Gäste wiederkommen.
 
Kennzahlen zur App
 
Wir wurden 2015 gegründet und haben heute Hunderte von Kunden auf der ganzen Welt, darunter globale Marken wie PAUL, Pizza Express, 4 Points by Sheraton und Singapore Airport. Wir sind auf die Bestellung von Speisen, bzw. den Tischservice mithilfe eines QR-Codes spezialisiert. Der Gast scannt den QR-Code mit seinem Telefon. Waitrr öffnet sich daraufhin im Telefonbrowser, so dass der Gast das Menü sehen, bestellen und bezahlen kann. Er muss keine App herunterladen. Der Gast kann dann direkt über unsere Plattform bestellen und bezahlen. Das vereinfacht die Nutzung und führt dazu, dass mehr Gäste den Service in Anspruch nehmen.
Die Technologie hat zudem den Vorteil, dass sie konsistent ist. Beispielsweise vergisst Waitrr nie die Frage "Möchten Sie dazu Pommes Frites?": Das heißt, Waitrr verkauft automatisch Upsells und erhöht dadurch die Bestellmengen um bis zu 25%.

Informationen zu den Gründern

Tim Wekezer stammt ursprünglich aus Hamburg. Er studierte Hotelmanagement an der Hotelschule Den Haag in den Niederlanden, arbeitete später einige Jahre in der Unternehmensfinanzierung und machte einen MBA am Insead, bevor er in Waitrr seine Leidenschaft fand.
Der Mitbegründer Tim Davies ist gebürtiger Australier und kommt von großen Unternehmen wie Unilever und ANZ. Er absolvierte seinen MBA am Babson College in den USA und arbeitete für mehrere Startups, bevor er 2017 zu Waitrr kam.

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