Ideen für den Gastro-Winter – mit oder ohne Lockdown

timer2 min

Lieferservice und Take-away sind für viele Gastronomen der Rettungsring in der Pandemie. Aber einige Betriebe haben weitergedacht und ihre Gäste mit kreativen Ideen überrascht.

Noch im Sommer fühlte sich das Ausgehen wieder fast normal an: Die Restaurants und Cafés gut gefüllt, die Betreiber froh, endlich ihre Gäste wieder bewirten zu dürfen. Jetzt steht der Winter vor der Tür und in vielen Ländern sind neue Regeln in Kraft getreten, um die Coronapandemie niederzuringen: 2G, 2G+ oder sogar kompletter Lockdown wie zuletzt in Österreich. Jetzt sind kreative Ideen gefragt für die 4. Welle und vielleicht sogar danach. Abseits von Lieferservice für den Weihnachtsschmaus, Take-away für gemütliche Stunden auf dem Sofa und Kochboxen inklusive Videoanleitung für Ambitionierte am heimischen Herd. Inspiration gefällig? Es ist angerichtet.

Schaufensterpuppen im Hotelrestaurant

Abstand halten, Flächen desinfizieren, Maske tragen, man kennt‘s. „Wir hatten im Restaurant die Tische neu gestellt, 2 Meter Abstand, nicht benutzbare Tische mit Malerkreppband gekreuzt und die Stühle entfernt. Zuhause berichtete ich über diesen ungemütlichen Zustand. Und sofort sprudelten die Ideen“, erzählt Ulrike Haase, Inhaberin des Hotel Haase. So finden die Gäste im Restaurant des Familienbetriebs jetzt ein besonders unterhaltsames Hygienekonzept. Hier sitzen Britta, Conny, der nachdenkliche Amadeus und Jens im Gastraum. Insgesamt 8 Schaufensterpuppen besetzen die Tische, die frei bleiben müssen, und sorgen so für genügend Abstand und ein besonderes Ambiente. „Unsere Gäste freuen sich über die Idee, es wirkt dadurch voller und es ergeben sich neue, ganz andere Gespräche“.

Bagels und Bücher aus Berlin

Bücher und Essen – für viele die perfekte Kombination aus Entspannen und Genießen. Gegen den Lockdown Blues hat das Berliner Café Fine Bagels einen besonderen Services erdacht: Das Café ist zugleich ein englischer Buchladen und liefert neben seinen nach alter New Yorker Tradition hausgemachten Bagels auch die gewünschten Bücher frei Haus. Harari, Eliot und Eggers zusammen mit Sesam, Mohn oder Rosmarin Meersalz.

Bagels und Bücher

Wohnmobil-Dinner aus der Mühle

Eine Idee, die Eva Eppard bereits im vergangenen Winter erprobt hat, aktuell aber nicht mehr anbietet, weil sie nur während des Lockdowns praktikabel war: das Wohnmobil-Dinner. Statt am knisternden Kaminfeuer der Hundertguldenmühle saßen die Gäste während des Lockdowns in ihren Wohnmobilen auf dem vorab reservierten Parkplatz des Lokals. Maximal 5 Fahrzeuge hatten Platz, das Team der Mühle servierte das bestellte Menü direkt ans Fahrzeug. Essen auf Rädern der besonderen Art.

Transparente Bubbles im Café du Soleil

Eine Idee, die seit dem vergangenen Winter für Aufsehen sorgt, sind die Space Bubbles des New Yorker Café du Soleil. Umhüllt von transparenten beheizten Blasen sitzen die Gäste des französischen Bistros an Manhattans Upper Westside auch in der kalten Jahreszeit draußen, warm und gemütlich wie in Iglus.

Transparent bubbles

Aus der Schlossküche ins Autorestaurant

Ähnliches konnten die Gäste der Schlossküche der Fasanerie in Eichenzell bei Fulda erleben. Für den Lockdown hat sich das Team des Restaurants eine Spezialität einfallen lassen: Die Gäste speisen in ihrem Auto mit Blick auf das herrliche Barockschloss. Das gewünschte Menü bringt das Team bis an die Fahrzeugtür, sicher und spektakulär. „Unser Autorestaurant ist aktuell im Standby, aber im Fall einer angeordneten Restaurantschließung werden wir es erneut umsetzen“, so Gastgeber Karl-Gustav Müller und verwöhnt seine Gäste bis dahin mit traditionellen Gänseessen und festlichem Adventslunch.

Serres Séparées in Amsterdam

Wer im Glashaus sitzt…, kann gemütlich speisen: Im Mediamatic Eten genießen die Gäste pflanzenbasiertes Essen, Naturwein und Craft Beer in kleinen Glashäusern. Das Restaurant ist Teil eines Kunstzentrums, das Vorträge, Workshops und Kunstprojekte mit den Schwerpunkten Natur und Biotechnologie organisiert. Mit Beginn der Pandemie haben die Betreiber die Miniatur-Gewächshäuser kurzerhand zu kleinen Séparées umfunktioniert.

Amsterdam

Jurten in Brooklyn

Nomadenzelte in Brooklyn? Gibt es nicht. Gibt es doch! Das Lilia im angesagten Trendviertel Williamsburg serviert selbstgemachte Pasta, Fisch vom Holzgrill und feine italienische Weine – in der kalten Jahreszeit in kleinen Jurten. Die Zelte kommen ursprünglich aus Zentralasien und schützen gut vor Kälte. So kann das Restaurant den Außenbereich ganzjährig nutzen und Italian Food Lover sicher bewirten.