Mit guter Planung zum Public-Viewing-Erfolg

Ob Fußball-EM oder Olympia – Public Viewing bietet Gastronomen die Chance, Gäste anzuziehen und Umsätze zu steigern. Doch damit das gemeinsame Event auch Erfolg hat, ist eine sorgfältige Vorbereitung nötig.

Biergarten Waldgasthof Buchenhain  in München

Worum geht´s?

  • Wie sich Gastronomen auf eine Public Viewing Veranstaltung vorbereiten
  • Die richtige technische Ausstattung für gemeinsame TV-Events
  • Mit kreativem Rahmenprogramm zum Public-Viewing-Erfolg 
Biergartensaison gestartet - Public-Viewing

Spätestens seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland ist Public Viewing aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken. Das gemeinsame Anschauen besonderer Ereignisse bietet Gastronomen eine gute Möglichkeit, nicht nur den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern, sondern im besten Fall auch den Umsatz. Doch Public Viewing will sorgfältig geplant und vorbereitet sein. Von der richtigen Budgetierung bis hin zur funktionstüchtigen technischen Ausstattung sind einige Herausforderungen zu bewältigen. Darüber hinaus können Gastronomen mit kreativen Strategien ihren Gästen ein unvergessliches Erlebnis bieten.

Beim Public Viewing ist gute Vorbereitung das A und O

Einer, der genau weiß, worauf es ankommt, ist Stefan Kastner, Inhaber des Waldgasthofs Buchenhain in München. Seit Jahren überträgt sein Team Fußballspiele, sowohl im 800 Plätze umfassenden Biergarten als auch in den Gasträumen – häufig sogar parallel. „Bei Großereignissen wie der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft in Deutschland ist unser Haus voll“, erklärt Kastner. Ohne Reservierung sei kein Platz zu bekommen, und die Umsätze seien deutlich höher als bei weniger bedeutenden Spielen. Eine sorgfältige Budgetierung und das stetige Auge auf die Kosten sind daher essenziell. „Besonders die Lizenzgebühren sind nicht zu unterschätzen“, fügt er hinzu. Denn für die dauerhafte Übertragung von Sportereignissen über Anbieter wie Sky oder Dazn ist in Deutschland eine spezielle Lizenz erforderlich, die monatlich mehrere hundert Euro kosten kann.

Kein Public Viewing ohne wetterfeste technische Ausstattung 

Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg eines Public Viewing-Events ist die technische Ausstattung, die ebenfalls mit Kosten verbunden ist. „Für unseren Biergarten haben wir eine große Leinwand angeschafft, auf die wir die Spiele per Beamer übertragen. Die Kabel dafür sind unterirdisch verlegt und der Ton wird über Lautsprecher übertragen“, erklärt Stefan Kastner. Außerdem ist die Leinwand im Waldgasthof Buchenhain unter einer Markise angebracht, um auch bei Tageslicht eine gute Sicht zu gewährleisten. Kastner rät außerdem, eigenes Equipment anzuschaffen: „Es ist sicherer, in eigene Technik zu investieren, als auf Leihgeräte zurückzugreifen. Man sollte sich immer gut absichern und nicht zu hohe Summen investieren, die sich nicht rentieren, wenn das Wetter nicht mitspielt“. Denn auch auf schlechtes Wetter müssen Gastronomen in ihrer Kalkulation immer gefasst sein. Zum Glück kann Kastner bei Schlechtwetter in die Gaststube des Waldgasthofs ausweichen, wo die Übertragung weitergeht.

Public-Viewing-Checkliste für Gastronomen

  • Budgetierung: Alle Kosten, einschließlich Lizenzgebühren, Technik, Personal und Marketing, genau kalkulieren und auch einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben einplanen.
  • Equipment: Eine geeignete Audio- und Videoausrüstung besorgen und sie rechtzeitig auf ihre Funktionalität überprüfen.
  • Speisekarte: Die Speisekarte an das Event anpassen, mit leicht zu servierenden und themenbezogenen Gerichten.
  • Personalplanung: Genügend Personal für Service und Küche einplanen und sie vorab speziell für das Event schulen.
  • Werbung: Die Veranstaltung über soziale und lokale Medien sowie durch Kooperationen bewerben, ansprechende Werbematerialien erstellen und spezielle Angebote oder Rabatte anbieten.
 

Stadionstimmung im Waldgasthof Buchenhain

Um Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren, ist eine mitreißende Atmosphäre entscheidend. Stefan Kastner weiß, dass vielen der Weg ins Stadion zu weit ist, sie nicht im Stau stehen wollen oder vielleicht keine Karten erstehen konnten. Er nutzt diese Chance, um kreative, ansprechende Alternativen zu bieten: „Zur EM 2024 haben wir eine extra Speisekarte mit deutschen Spezialitäten entwickelt.“ Während der Spiele sorgen Kuhglocken und ein großer Gong, die bei jedem Tor ertönen, für echte Stadionstimmung. „Das macht ordentlich Lärm und steigert die Stimmung“, erklärt Kastner. „Aber auch bei Bundesligaspielen geht es hier rund. Wenn Bayern gewinnt, gibt es für alle einen Schnaps aufs Haus.“ Diese lebendige Stimmung trägt dazu bei, dass Gäste auch nach dem Public Viewing gerne noch länger bleiben. „Am Ende profitieren alle davon und wir freuen uns, wenn unsere Gäste zufrieden sind und gerne wiederkommen“, betont Kastner. Während einer EM oder WM hofft er, dass die eigene Mannschaft nicht gleich in der Vorrunde ausscheidet: „Dann nützt uns auch das beste Programm nichts“, fügt er lachend hinzu.

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