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Eine Kuh auf Bestellung: Crowdbutching für nachhaltigeren Fleischkonsum

„Kauf eine Kuh“: Mit dieser Aktion setzt sich MAKRO Belgien für den nachhaltigen und transparenten Verkauf von Fleischprodukten ein. Das Konzept folgt dem Trend „Crowdbutching“. Doch was ist das überhaupt und wie funktioniert's?

Crowdbutching ähnelt der Idee des Crowdfundings – aber anstatt an einem Unternehmen beteiligen sich mehrere Personen an einem Tier. Das Prinzip: Kunden kaufen verschiedene Teile eines Tiers, zum Beispiel einer Kuh oder eines Schweins. Die Anteile werden in Form von Paketen von mehreren Kilogramm angeboten, die Fleischstücke wie Steaks, Hackfleisch, Roastbeef, Würstchen, Gulasch oder Geschnetzeltes beinhalten. Erst, wenn alle Teile des Tieres verkauft sind, wird es geschlachtet.

Die Verbraucher erhalten das Fleisch vakuumiert in abgepackten Portionen, die sich mit Freunden und Familie teilen oder auch einfrieren lassen. Das Gute daran: Es wird kein Fleisch produziert, das später nicht verkauft werden kann. Somit wird nichts weggeworfen. Das ganze Tier, Nose-to-Tail, wird verwertet. Teile, die nicht verzehrt werden können, werden idealerweise anderweitig weiterverarbeitet; aus Innereien wird Tierfutter und aus Knochen Leim hergestellt.

Ein 100 % rückverfolgbares Produkt

Das Prinzip Crowdbutching fördert den Konsum von regionalem und tierfreundlich produziertem Fleisch und schafft maximale Transparenz. Jedes Tier ist über eine eigene Ohrmarke identifizierbar, so dass Verbraucher genau wissen, woher das Fleisch stammt, das sie kaufen. Natürlich bedeutet die Vorgehensweise aber auch, dass man sein Fleisch nicht direkt aus dem Supermarktregal mit nach Hause nehmen kann. Von der Bestellung bis zur Lieferung dauert es um die 2 Wochen, manchmal auch länger – je nachdem, wie schnell die ganze Kuh verkauft wird.

Auf der anderen Seite können lokale Bauern dadurch besser planen und erwirtschaften höhere Gewinne. Einige Bauern bieten Crowdbutching direkt über ihre eigene Website an. Inzwischen gibt es aber auch Plattformen wie Grutto, über die Verbraucher Anteile an Tieren bestellen können. Und auch MAKRO Belgien hat mit der Aktion „Kauf eine Kuh“ Crowdbutching für Kunden bereits ausprobiert und dafür viel positives Feedback erhalten.

Die Idee zu „Kauf eine Kuh“ von MAKRO Belgien entstand aus dem Gedanken heraus, an besondere Kindheitserinnerungen anzuknüpfen: „Früher haben Familien einmal pro Jahr eine ganze Kuh beim lokalen Bauern gekauft und Essen mit anderen Familien geteilt. Diese Erinnerungen wollten wir mit unserer Aktion wiederaufleben lassen“, erzählt Bart Blomme von MAKRO Belgien. Zudem nimmt Crowdbuying, also das gemeinsame Kaufen von Produkten in großen Mengen und Aufteilen unter mehreren Verbrauchern, als Teil des Mega-Trends Nachhaltigkeit insgesamt zu.

MAKRO Belgien arbeitet mit einer regionalen Farm im Nordosten des Landes zusammen, die die bekannte heimische Rinderrasse „Weißblaue Belgier“ züchtet. Durch die enge lokale Kooperation kann MAKRO Belgien die Tiere, ihre Gesundheit, die Haltung und Züchtung genau kontrollieren, um Kunden hochwertige Qualität zu garantieren. Gleichzeitig werden die Tiere somit keinen langen Transportwegen ausgesetzt, die ihnen zusätzlichen Stress verursachen. „Wir bieten unseren Kunden vollständige Transparenz. Bei uns gibt es keine anonymen Produkte – wir geben den Tieren eine Herkunft“, sagt Blomme. Für das Crowdbutching bei MAKRO Belgien kommen nur Tiere in einem Alter von 5 bis 7 Jahren in Betracht.

Crowdbutching Fleisch

Wertschätzung durch ganzheitliche Verwertung

Im Rahmen von „Kauf eine Kuh“ können Kunden entweder eine halbe Kuh bestellen – das sind 180 Kilogramm Rindfleisch aus 13 unterschiedlichen Teilen des Tieres – oder ein Fleischpaket mit 10 Kilogramm, was 6 verschiedenen Stücken Fleisch entspricht. Für Blomme ein Modell mit Vorbildcharakter: „Wir bei MAKRO finden, dass kein Tier geschlachtet, kein Fisch gefangen und kein Gemüse geerntet werden sollte, damit es am Ende in der Mülltonne landet. Crowdbutching ist ein Ansatz, der uns hilft, jedes Lebensmittel, jedes Teil vom Tier mehr wertzuschätzen.“


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