Die rettende Idee: Frosty Pizza à la Roberto

Köln 2020: Als Robert Germer sein italienisches Restaurant eröffnet, beginnt die Coronapandemie und Lockdowns verhageln ihm den Umsatz. Doch der Gastro-Gründer lässt sich etwas einfallen: Er verkauft Tiefkühlpizza in Restaurantqualität. Das Geschäft brummt. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Pizza-Pioniers?

Frosty Pizza: Tiefkühlpizza in Restaurantqualität
Der Kölner Gastro-Gründer Robert Germer hat eine Idee, die zum Erfolgshit wird: Er produziert Tiefkühlpizza in bester Qualität. 
Robert Germer produziert Tiefkühlpizza in bester Qualität.

Worum geht´s?

  • Gastro-Gründung während Corona 
  • Die Verkaufsidee: Tiefkühlpizza in Top-Qualität
  • Der Macher dahinter: Robert Germer

Der Wunsch, ein eigenes Lokal zu eröffnen, schwirrte schon länger im Kopf von Robert Germer herum. „Ich bin wie ein Brauereipferd, laufe immer nach vorne und packe die Dinge an“, erzählt er. 2020 war es soweit: Der gelernte Medienökonom zieht sich aus dem operativen Geschäft seiner Werbeagentur zurück und gründet gemeinsam mit einem Agentur-Partner das „Ristorante alla Pappa“ in der Kölner Südstadt. Das Problem: Die Coronapandemie beginnt, aber die Mietverträge für das Lokal sind unterschrieben. Was nun? 

„Wir mussten uns etwas einfallen lassen“, sagt Robert Germer. Mit dem Pasta-Schockfroster stellt er die erste tiefgekühlte Pizza her. „Anfangs hatte ich keine Ahnung von nichts, aber ich bin einfach weitergelaufen und habe gelernt, wie ich richtig gute TK-Pizza produzieren kann“, erzählt der 46-Jährige. „Der Geschmack ist erfolgsentscheidend, deshalb verwenden wir nur hochwertige Zutaten und lassen den Teig 48 Stunden gehen, wie in einer guten Pizzeria.“ Der Teig wird von Hand ausgerollt, frisch belegt, im Steinofen gebacken und tiefgefroren – fertig ist die Frosty Pizza. 

Trommeln gehört zum Pizza-Handwerk

Schon während der Coronapandemie stoßen die Pizzen auf große Resonanz, sowohl bei der Laufkundschaft an der Ladentheke als auch bei lokalen Supermärkten. Dazu trägt auch die transparente Verpackung bei. „Die Optik verführt zum Probieren“, sagt Robert Germer. Gutes Marketing ist für ihn das A und O, vor allem auf Social Media trommelt er für sein Produkt. „Wir wollen keine anonyme Marke sein, sondern geben der Pizza ein Gesicht, mit Lust und Laune und Selbstironie.“ Letzteres zeigt schon der Name seines Pizza-Start-ups, dass er 2023 gründet: Roberto di Frosty. 

Das Unternehmen wächst rasant und will Gastro-Profis als neue Kundengruppe erschließen. Robert Germer betrachtet seine Frosty Pizza als Problemlöser in Sachen Fachkräftemangel in der Gastronomie. „Heute ist es sehr schwierig, gute Pizzabäcker zu finden“, sagt er. „Mit unserem Convenience-Produkt spart man Personal- und Produktionskosten und erhält gleichbleibend hohe Restaurantqualität.“ Für Kunden, die ihre Frosty Pizza selbst belegen wollen, hat der Macher aus Köln ebenfalls eine Lösung: Den Teig gibt es separat zu kaufen, für eigene Kreationen. Auf weitere Ideen à la Roberto darf man gespannt sein, denn das Brauereipferd läuft und läuft und läuft. 

Pizza-Coup am Messestand

Auf der INTERGASTRA 2024 in Stuttgart gelingt Robert Germer ein Meisterstück. „Ich bin auf der Messe einfach mit meiner gebackenen Tiefkühl-Pizza zum METRO Stand gelaufen“, erzählt er. „Dort habe ich Tim Raue ein bisschen frech von der Seite angequatscht und ihm eine Stück Pizza angeboten.“ Im ersten Augenblick zögert der Sternekoch, doch dann probiert er das Produkt – und ist voll des Lobes. Das Smartphone-Video von der Begegnung auf dem Messetand geht am nächsten Tag in den sozialen Medien viral. Und der Erfolg kommt ins Rollen: Innerhalb von drei Wochen nimmt METRO die Pizza ins Sortiment auf, deutschlandweit und erstmals ohne zusätzliche Umverpackung aus Pappe. Aktuell bietet METRO drei Sorten an. Geplant sind zudem Großverpackungen mit bis zu sechs Pizzen im Karton sowie verschiedene Snackpizzen im 11er Pack. Robert Germer freut sich: „METRO hat sich so schnell bewegt, wie ich es bisher von keinem anderen Großunternehmen kannte.“ Seit Kindheitstagen gehört METRO für ihn zum Alltag. „Ich war schon damals gemeinsam mit meinen Eltern im Großmarkt einkaufen.“
Gefrorenes Gemüse

Frische Helfer für die Profi-Küche

Convenience meint nicht nur Fertigpulver – sondern auch frische Helfer für die Profi-Küche. So profitieren Gastronomen.

METRO sales force manager Iva Antolović Sošić

Mit Käsereiben Probleme lösen

Was hat Personalmangel mit Pizzakäse zu tun? METRO Sales Force Managerin Iva Antolović Sošić findet Lösungen.

Weitere Artikel