Max Strohe – von der Seniorenheimküche zum Sternerestaurant

Spätestens seit TV-Auftritten bei „Kitchen Impossible“, „The Taste“ oder der „Küchenschlacht“ ist er kulinarischen Liebhabern ein Begriff: Max Strohe. Dabei entschied er sich einst nicht aus Leidenschaft, sondern aus der Not heraus für die Kochlehre.

Max Strohe

Worum geht´s?

  • Max Strohe - ein wahres Multitalent
  • Internat oder Lehre - seine Mutter lässt ihm die Wahl
  • Er macht es auf seine Art: Vom Altenheimkoch zu Tulus Lotrek
  • Es geht um den Namen Tulus Lotrek und einen ersten Michelin-Stern
  • Die Corona-Pandemie und das Bundesverdienstkreuz
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Max Strohe stellt sein Können nicht nur in seinem eigenen Restaurant Tulus Lotrek und diversen TV-Shows unter Beweis, er engagiert sich auch gesellschaftlich: So initiierte er während der Corona-Pandemie gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Ilona Scholl die Aktion „Kochen für Helden“, für die beide 2021 die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens erhielten.

Max Strohe – ein wahres Multitalent

Aber Max Strohe überzeugt nicht nur durch seine Kochkunst, er schwingt darüber hinaus gekonnt die Schreibfeder. In seinem 2022 veröffentlichten Buch „Kochen am offenen Herzen“ lässt er seine Lehr- und Wanderjahre Revue passieren, die von Höhen und Tiefen geprägt waren. Wer mehr von und über Max Strohe lesen möchte, der wird in seiner Kolumne im METRO Magazin MPULSE fündig. Hier schreibt der Sternekoch über ausgewählte Fotos aus seinem Instagram-Feed.

Vom Seniorenheimkoch zum Betreiber des Tulus Lotrek

Geboren wurde Max Strohe 1982 als Maximilian Strohe in Bonn. Aufgewachsen in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz, stellte seine Mutter ihn mit 15 Jahren vor die Wahl: Internat oder Ausbildung. Der heutige Sternekoch entschied sich für die Ausbildung – weil es im Internat so komisch roch, wie er MPULSE im Interview verrät. Und so begann er seine Kochlehre in der Wendelinusstube in Sinzig-Koisdorf, schloss sie jedoch im Nachbarort im Hotel-Restaurant Hohenzollern in Bad Neuenahr-Ahrweiler ab. Hier lernte er unter Küchenchef Gerd Lanz die klassisch-französische Küche kennen. Nach der Lehre arbeitete er zunächst als Koch in einem Seniorenheim, anschließend in einem Hotel auf Kreta. Bis er schließlich ins Hotel-Restaurant Hohenzollern zurückkehrte, doch nicht mehr unter Lanz, sondern unter Martin A. Reuter als Küchenchef. 2010 verschlug es Max Strohe nach Berlin. Dort fing er bei „ Frau Mittemang" an, wo er seine spätere Partnerin Ilona Scholl kennenlernte. Fünf Jahre nach seinem Umzug nach Berlin wagte Max Strohe gemeinsam mit Ilona Scholl den nächsten Schritt: Sie eröffneten ihr eigenes Restaurant in Berlin-Kreuzberg mit dem Namen Tulus Lotrek.

Tulus Lotrek – der Name ist Programm 

Tulus Lotrek spielt auf den französischen Maler und Lebemann Henri de Toulouse-Lautrec an. Mit dieser eingedeutschten Schreibweise beugen die beiden Inhaber der Erwartung vor, dass im Tulus Lotrek eine klassisch-französische Küche vorherrscht. Vielmehr finden sich auf der Speisekarte bekannte Klassiker mit exotischen Noten in außergewöhnlichen Kreationen. Max Strohe und sein Team schaffen innovative Kombinationen aus ausgewählten Produkten. Ihre Spezialität: kraftvolle Saucen und Fonds. Die Gerichte gibt es in Form zweier 7-Gänge-Menüs: omnivor oder vegetarisch.

Mit dem Tulus Lotrek, das mit vier Hauben im „Restaurantguide 2023/24“ des Gault Millau vertreten ist, haben Max Strohe als Küchenchef und Ilona Scholl als Maître ein Restaurant mit bezahlbaren Gerichten geschaffen, das sie selbst besuchen würden, so ihre Devise. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung in 2016 kürten führende Kritiker Max Strohe zum „Aufsteiger des Jahres". Ebenfalls im Jahr 2017 errang er seinen ersten Michelin-Stern.  Auch Ilona Scholl ging nicht leer aus: Die Vereinigung „Berliner Meisterköche“ wählte sie 2017 zur „Gastgeberin des Jahres". Der „Gault Millau“ verlieh ihr vier Jahre später, im Jahr 2021, den gleichnamigen Titel.

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Max Strohe und Ilona Scholl kochen für Helden

Obgleich sie mit ihrem Restaurant einige Erfolge verbuchen konnten, litten auch Max Strohe und Ilona Scholl unter der Pandemie. Während des ersten Lockdowns initiierten sie daher die Aktion „Kochen für Helden“. Denn aufgrund wiederkehrender Schließungen waren ihre Kühlhäuser voll, die Gäste blieben aber aus. Aus dieser Situation entstand die Idee der Nachbarschaftshilfe: Kochen für Menschen in systemrelevanten Funktionsberufen wie beispielsweise Ärzte, Pfleger in Krankenhäusern, Mitarbeiter in Apotheken und Supermärkten – Kochen für die Helden der Pandemie. Schnell war die in Berlin gestartete Initiative „Kochen für Helden“ auch in zahlreichen anderen deutschen Städten vertreten. 2021 erhielten Ilona Scholl und Max Strohe das Bundesverdienstkreuz für die bundesweite Aktion.

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